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Acetum cruduni.
über. Treibt man aber die freie Kohlensäure nicht durch Warme hinweg, sokann man den Sättigungspunkt schon überschritten haben, ohne dass die ganzblaue Farbe eingetreten ist. Es ist deshalb die Erwärmung der Flüssigkeit nie-mals zu vergessen, wenn man sich dem Sättigungspunkt nähert, wobei man je-doch auch keinen Verlust an Säure durch Verflüchtigung' herbeil ühren darf.
Um die Schwierigkeiten der Erkennung der Sättigung mit kohlensauremAlkali zu vermeiden, haben Mehrere vorgeschlagen, reine Alkalien zu diesemZwecke zu gebrauchen. Völker hat Kalkwasser angewendet und die Neutra-lität durch Lackmuspapier bestimmt. Das Kalkwasser ist jedoch zu verdünntund auch möglicher Weise von wandelbaren Gehalten. Riegel hat Aetzbarytvorgeschlagen. Derselbe ist jedoch schwieriger zu bereiten, und nicht leichtvon überschüssigem Wasser und Kohlensäure frei darzustellen und unverändertzu bewahren. Viel besser ist das von Otto vorgeschlagene und angewendeteAmmoniak. Wenn die Probeflüssigkeit titrit ist, so lässt sie nichts zu wünschenübrig, da die Farbenwandlung ziemlich plötzlich stattfindet. Bei dem seltenenVorkommen dieser Arbeiten ist für den Pharmaccuten gerade dieses Richtig-stellen der Stärke eine zu zeitraubende Arbeit, als dass wir sie in unseremKreise dringender empfehlen könnten. Die Methode von Fresenius undWill, die Stärke einer Säure aus dem Gewichte derjenigen Menge Kohlen-säure zu bestimmen, die von einer bestimmten Menge Säure aus überschüssi-gem doppelt kohlensaurem Natron entwickelt wird, ist genau und bei vorhan-denen Apparaten auch leicht auszuführen. Da aber in den meisten Fällen dasspecifische Gewicht allein vollkommen hinreicht, so kann man für die wenigenFälle, wo dies nicht stattfindet, die Einübung auf diese Bcstimmungsmethode nichterzwingen.
Die Verfälschung des rohen Essigs mit Schwefelsäure wird durch Ba-rytsalze entdeckt. Schwefelsaure Salze können und dürfen nur in sehr kleinenMengen im Essig enthalten sein , wenn sie vom Gypsgehalt des angewende-ten Wassers herrühren. Aber auch solches gypshaltiges Wasser ist im Allge-meinen sehr selten, indem das mit doppelt kohlensaurem Kalke verunreinigteungleich häufiger sich findet. Es giebt kein leichtes Mittel, die an Basen ge-bundene Schwefelsäure von ganz freier in dem Essige zu unterscheiden, beson-ders wenn sie in sehr kleiner Menge vorhanden ist. Beim Genüsse dieses Es-sigs findet es sich am schnellsten durch ein Stumpfwerden der Zähne, wodurch siegegen Druck äusserst empfindlich werden. Beim Abdestilliren und endlichertrockner Destillation des Rückstandes wird sich bei Gegenwart von freier Schwe-felsäure schweflige Säure entwickeln, die an ihrem Gerüche erkannt wird. Eineschwache Trübung mit Barytsalzen giebt fast jeder Essig. Wenn man Essigunter Zusatz einer kleinen Menge farblosen Zuckers im Wasserbade concentrirt,nimmt er bei Gegenwart von Schwefelsäure sehr bald eine dunkelbraune, lastschwarze Farbe an.
Salzsäure wird allerdings durch eine Lösung von salpetersaurem Silber-oxyd angezeigt; allein hier ist die Frage, ob sie im freien oder gebundenenZustande vorhanden ist, noch erheblicher, da das Kochsalz wegen seiner vielhäufigeren Verbreitung und grösserer Löslichkeit als Gyps auch leichter vor-kommen kann. Ein überzeugender Beweis dürfte nur durch eine Destillationgeliefert werden, indem die Salzsäure leicht bei der Destillation übergeht undihre Reaction im Destillat nachgewiesen werden kann. In diesem Falle kannihre Gegenwart im freien Zustande als sicher angesehen werden. Eine Auflö-sung von Brechweinstein soll sich, nach Kühne, mit jedem Essig trüben, derfreie Mineralsäuren enthält. Metallische Verunreinigungen, die wohl nur zu-fällig und nicht absichtlich eintreten können, rühren von Berührung mit Me-tallgefässen her und sind entweder Kupfer oder Blei.