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Acetum Digitalis. — Acetum purum.
Bei der Entstehung der Essigsäure aus der trocknen Destillation des Hol-zes lässt sich der Verlauf des Processes nicht so genau verfolgen. Die Pro-ducte zeigen, dass sich die Bestandtheile des Holzes durch ungleiche Verthei-lung umsetzen. Die sehr sauerstoffhaltigen, theils weniger brennbaren, als dieHolzfaser, theils ganz verbrannten, sind Wasser, Kohlensäure und Essigsäure.Sie bedingen, dass andere Producte wieder viel brennbarer, d. h. sauerstoffar-mer, als Holz sein müssen. Diese finden sich mit vorwaltendem Wasserstoffim Holzgeist und Brandöl, und mit vorwaltendem Kohlenstoff im Theer und inder übrigbleibenden Kohle. Factisch steht fest, dass die Essigsäure unter denDestillationsproducten sich vorfindet, zwar verlarvt durch viele fremde Substan-zen, aber in chemischer Zusammensetzung und Eigenschaften ganz gleich mitder aus der sauren Gährung des Weins und des Branntweins erhaltenen.
Werden beide von ihren Verunreinigungen befreit, so kann man ihnenihren Ursprung nicht mehr ansehen und sie gleichen sich, wie der absolute Al-kohol aus Kartoffeln und dem besten Rüdesheimer Bergwein bereitet.
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Acetum Digitalis. $ingerf)Utefft(j.
Nimm: Zerschnittene Blätter vom Fingerhut eine Unze,giesse darauf
rohen Essig acht Unzen,lasse sie kalt sechs Tage lang stehen, presse aus, filtrire und be-wahre in einem wohlverschlossenen Glasgefässe sorgfältig auf.Er sei klar, von etwas röthlicher Farbe.
Diese Vorschrift leidet an einer Unbestimmtheit, indem nämlich nicht ge-sagt ist, ob frische oder getrocknete Blätter genommen werden sollen. Zwarsteht unter Folio. Digitalis S. 101 des Originals, dass die Blätter getrocknetwerden sollen; allein die Unbestimmtheit nöthigt, erst hier nachzusehen undden rechten Sinn zu erfahren. Dieses hätte durch den Zusatz siccatorum leichtvermieden werden können. Bei so stark wirkenden Stoffen, wie der Fingerhut,muss jede Unbestimmtheit im Ausdrucke vermieden werden. Der Fingerhutessigist ein ziemlich entbehrliches Präparat und wegen seiner leichten Zersetzbar-keit nicht zu empfehlen.
Acetum purum, deiner (Sfftg.
(Statt des destillirten Essigs.)
Nimm: Concentrirten Essig ein Pfund,destillirtes Wasser fünf Pfund.Mische beide.
Er sei klar, und 2 Unzen desselben sollen hinreichen, 1 Drachmereines, trocknes, kohlensaures Kali zu neutralisiren.
Dieser Acetum purum ist reine verdünnte Essigsäure, deren Stärke sichvor dem Acetum, dcstitlatum der fünften Auflage der /'//. Bor. insofern un-terscheidet, als 2 Unzen des neuen Präparates so stark sein sollen, als 3 Un-zen des früheren. Der jetzige reine Essig ist '/„ so stark als der concentrirteEssig, enthalt also 4 l / a Procent wasserleere Kssigsäure. Obige sechs Theile'