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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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376
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Formylom chloratum.

so liefern 2 M.-G. Alkohol: 1 M.-G. Chloroform und 3 M.-G.Ameisensäure. Aus dem Alkohol scheiden dabei 8 M.-G. Was-serstoff, dafür treten 3 M.-G. Chlor und 5 M.-G. Sauerstoff hinzu,um Chloroform und Ameisensäure zu bilden. Das Chlor unddiesen, sowie den zur Oxydation jenes Wasserstoffs nöthigen Sauer-stoff liefert der unterchlorigsaure Kalk, welcher nun auch zugleichden Kalk zur Sättigung der Ameisensäure darbietet. 3 M.-G.unterchlorigsaurer Kalk enthalten nämlich 3 M.-G. Katk, 3 M.-G.Chlor und 3 M.-G. Sauerstoff, und die übrigen noch nöthigen10 M.-G. Sauerstoff werden von andern 5 M.-G. unterchlorig-saurem Kalk abgegeben, welche sich dabei in Chlorcalcium ver-wandeln. Der ganze Process lässt sich in folgendem Schemaübersehen:

2 M.-G. C 4 H 6 0 2 und 8 M.-G. CaO + CIO bilden:1 M.-G. C 2 HC1 3 , 3 M.-G. CaO + C 2 H0 3 , 5 M.-G. CaClund 8 M.-G. H 0.1150 Theile wasserfreier oder 1280 Theile OOprocentigerAlkohol erfordern daher 7944. Theile reinen unterchlorigsaurenKalk oder 28371 Theile Chlorkalk von der oben angegebenenZusammensetzung, und liefern 1492 Theile Chloroform, oder1 Theil 90procentigen Alkohols erfordert wenigstens 22 TheileChlorkalk, und liefert reichlich 1 Theil Chloroform. Eigens an-gestellte Versuche zeigten aber, dass, wenn auf 22 Theile Chlor-kalk nur 1 Theil Alkohol genommen wird, ein nicht unbedeuten-der Theil Chlorkalk für die Bildung des Chloroforms verlorengeht, weil sich durch die Einwirkung der Hitze eine Portion Al-kohol als solcher verflüchtigt. Daher sind oben auf 50 TheileChlorkalk 3 Theile Alkohol vorgeschrieben. Enthält die Mi-schung einen Ueberschuss von unterchlorigsaurem Kalk, so wirktderselbe zerlegend auf den bereits gebildeten ameisensauren Kalk,indem Chlorcalcium, kohlensaurer Kalk, freie Kohlensäure undWasser auftreten:1 M.-G. CaO + C,HO :i und 1 M.-G. CaO -f- CIO bilden:1 M.-G. Ca Gl, 1 M.-G. CaO + C0 2 , 1 M.-G. CO, und1 M.-G. HO.Die freie C0 2 tritt an einen Theil des in der Mischung frei vor-handenen Kalks.

Jetzt noch einige Bemerkungen über die Operation selbst.Sobald das Gemenge auf etwa 80° C. erhitzt ist, tritt eine sehrheftige Reaction ein, die Masse blähet sich bedeutend auf und