Druckschrift 
Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
Entstehung
Seite
321
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Digitalinum. 3*t

Digitalinum.

(Digilaün.)Formel: ?

Bereitung. Eine beliebige Menge gröblich gepulverterBlätter der Digitalis purpurea digerire man mit dem acht-fachen Gewichte Weingeist von 80% einige Tage hin-durch bei gewöhnlicher Temperatur, presse aus, wasche den Rück-stand noch mit etwas Weingeist nach, filtrire die vereinigtenFlüssigkeiten, ziehe davon in einer Retorte den grössten Theildes Weingeistes wieder ab, verdunste den Inhalt der Retorte imWasserbade zur Consistenz eines gewöhnlichen Extrakts und be-handle dasselbe mit einer Mischung von i Theil concen-trirter Essigsäure und 30 Theilen Wasser im Wasser-bade. Die essigsaure Lösung schüttle man mit durch Salz-säure gereinigter Thierkohle, filtrire die Kohle ab, neutra-lisire das Filtrat mit Ammoniak, fälle es mit einer wässrigenAuflösung der Gerbsäure, sammle den Niederschlag aufeinem Filter, wasche ihn etwas aus, reibe ihn hierauf mit etwa% seines Gewichts feingepulvertem Bleioxyd zusammen undlasse im Wasserbade austrocknen. Die trockene Masse reibe manfein, ziehe sie bei gewöhnlicher oder nur wenig erhöheter Tem-peratur mit Weingeist von 90% aus, filtrire, schüttle das Fil-trat mit Thierkohle und verdunste es langsam im Wasserbade.Wenn aller Weingeist entfernt und der Rückstand beinahe trockengeworden ist, spüle man ihn ein paar Mal mit reinem Wasserab, lasse ihn vollends austrocknen, zerreibe ihn, schüttle ihn mitAether, löse ihn nach dem Abgiessen des Aethers in warmemWeingeist von 90% und lasse diese Lösung langsam verdun-sten. Die Ausbeute beträgt etwa y 70 bis % 0 vom Gewichte dertrocknen Digitalis-Blätter.

Vorgang. Ein wichtiges Moment zur Erzielung eines reinenDigitalins und einer nicht allzugeringen Ausbeute ist möglichsteVermeidung höherer Temperatur. Der Weingeist löst das Digi-talin schon bei gewöhnlicher Temperatur reichlich auf, entziehtaber dem Vegetabil auch andere, extraktive etc. Materien, undfärbt sich daher dunkel, Das geistige Extrakt giebt an verdünnteEssigsäure alles Digitalin und nur einen Theil der farbigen Stoffeab, und Thierkohle absorbirt die letzlern grösstentheils. Nach-dem die Essigsäure, durch Ammoniak abgestumpft ist, schlägt

21