Formylum chloratum.
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würde unfehlbar übersteigen, wenn die Blase mehr als zur Hälfteangefüllt worden wäre. Aber auch dann ist die Gefahr des Ueber-steigens noch nicht ganz beseitigt, man muss daher sogleich dasFeuer herausziehen und nöthigenfalls auch den Helm abkühlen;erst wenn die Masse sich wieder gesenkt hat, was man daranerkennt, dass die Destillation langsamer als zu Anfang fortschrei-tet, darf man wieder unterfeuern, um den Rest des Chloroformsüberzuziehen. Wenn etwa das zweieinhalbfache Volum des an-gewandten Alkohols überdestillirt ist, befindet sich alles Chloro-form in der Vorlage, und was dann noch aus dem Kühlrohrefliesst, besitzt einen faden wässerigen Geschmack. Das Destillatbesteht aus 2 Schichten, deren untere das Chloroform ist undderen obere aus Wasser, in welchem sich eine sehr geringeMenge Chloroform und der überschüssige Alkohol aufgelöst be-findet, besteht. Bereitet man das Chloroform öfter, so giesse mandiese wässrige Schicht nicht weg, sondern setze sie bei der näch-sten Bereitung der Mischung hinzu, indem man dann statt 3 Thei-len Alkohol nur 2'/ 2 Theile nimmt. Um dem Chloroform dienoch anhängenden Antheile Wasser zu entziehen, wird es übersalzsauren Kalk rectificirt.
Die in der Destillirblase rückständige Kalkmasse kann, wiedie von der Bereitung des Aetzammoniaks, auf salzsauren Kalkbenutzt werden.
Prüfung. Das reine Chloroform ist eine wasserhelle, ölarligeFlüssigkeit von ätherischem, angenehmem, an Reinettcnäpfel er-innerndem Gerüche und ätherischem, zuckerigem Geschmack, hatein spec. Gew. von 1,49, siedet bei 61° C, verflüchtigt sich da-her schon bei gelinder Wärme vollständig, reagirt neutral, ent-zündet sich nicht bei Annäherung eines brennenden Körpers undbrennt nur in einer Lichtflamme, deren Saum dadurch grün ge-färbt wird. Wasser löst dasselbe nur in sehr geringer Mengeauf, nimmt aber Geruch und Geschmack davon an; mit Alkoholund Aether mischt es sich in jedem Verhältniss klar, und dieseMischungen lassen sich leicht entzünden. Mit einer Auflösungvon salpetersaurem Silber erleidet es keine Trübung. ConcentrirteSchwefelsäure sinkt darin unter, ohne es zu färben oder sonstzu verändern; gegentheils sinkt das Chloroform in einer Mischungvon gleichen Theilen conc. Schwefelsäure und Wasser unter. AuchKalium und Kalihydrat äussern keine Wirkung darauf. Durch