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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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430
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430 Kalium.

Kalium.

(Kalium.)

Formel: K.

Bereitung. Eine beliebige Menge rohen Weinsteinserhitze man in einem bedeckten eisernen Tiegel zwischen Kohlenso lange, als noch Rauch und Flamme aus demselben aufsteigt,nehme hierauf den Tiegel aus dem Feuer und lasse ihn (bedeckt)erkalten. 20 Theile der auf diese Weise erhaltenen Wein-steinkohle (die jedoch das Gewicht von 20 Unzen nicht über-schreiten dürfen) reibe man fein, setze 1 Th. feingepulverteund hierauf 2 Th. grobe (Linsen grosse Stücke) Holzkohlehinzu, schütte das Gemenge in eine schmiedeeiserne Flasche*),welche zuvor etwa '/ 4 Zoll dick mit einem Beschläge aus 2 Th.zerstossenen hessischen Schmelztiegeln und 1 Th. weissem Bolus,'/ 4 Th. Kuhhaaren und Wasser versehen ist, und vertheile es so,dass es bei horizontaler Lage der Flasche gleichförmig in dersel-ben ausgebreitet ist. Nun schraube man ein schon zuvor einge-passtes 6 Zoll langes Stück eines gewöhnlichen Flintenlaufs in dieMündung der Flasche, umgebe denselben nahe an der Flaschegleichfalls mit dem vorerwähnten Beschläge, und lege die Flaschehorizontal in einen gut ziehenden Ofen (ich bediene mich eines in-wendig ausgemauerten Windofens, welcher zur Verstärkung des Zugesmit einer Kuppel versehen wird) so ein, dass der hintere Theil durcheinen Ziegelstein unterstützt wird, der vordere aber vermittelst desangeschraubten Rohrs, welches man durch ein in der Wand des Ofensbefindliches Loch steckt, einen festen Ruhepunkt hat. Das Rohr darfnur etwa 2 Zoll lang aus dem Ofen reichen und die Oeffnung desletztern muss mit Lehm verstrichen werden. Die Vorlage besteht aus2 rectangulären, etwa 12 Zoll hohen, 6 bis 7 Zoll breiten und 2 bis2% Zoll dicken Prismen von Kupferblech, welche in einander ge-steckt werden können, und von denen das äussere unten und dasinnere oben geschlossen ist. Das innere Prisma hat oben, naheam Ende, 3 Tubulaturen, nämlich 2 einander genau gegenüber-stehende an den beiden schmalen Seitenflächen, von denen die einezur Einmündung des Flintenlaufs (der 1 Zoll lang in das Prismareichen muss) dient, die andere aber mit einem Korkstöpsel ver-schlossen wird; die dritte Tubulatur befindet sich an einer der

*) Mit Vortheil kann man sich derjenigen bedienen, in welchen das Queck-silber versendet wird.

II