Druckschrift 
Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
Entstehung
Seite
362
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

■■

3«« Ferrum oxyduJatam lacticum.

feraung des Wassers) mit etwas Weingeist nachgewaschen, aufmehrfach zusammengelegtem Druckpapier in eine dünne, zusam-menhängende Paste geformt und noch mit Papier bedeckt in ge-linder Wärme getrocknet. Die Ausbeute beträgt 4—5 Theile.

Die Mutterlauge giebt bei weiterm Verdunsten noch % bis3 / 4 Theile milchsaures Eisenoxydul, welches aber schon durchschwefelsaures Natron verunreinigt ist, und am besten bis zurnächsten Bereitung aufgehoben wird, wo man es nebst dem Ei-senvitriol hinzusetzt. Die nun noch rostirende Mutterlauge istkeiner zweckmässigen Anwendung mehr fähig; höchstens konntedaraus das Eisen durch Eällen mit Soda gewonnen werden.

Statt des Eisenvitriols kann man sich auch des Eiscn-chlorürs bedieuen. Auf 18 Theile verbrauchter Soda kommen11 Theile eingetrocknetes Eisenchlorür; im Uebrigenwird wie angegeben verfahren. Die Mutlerlauge enthält dannKochsalz.

b) Mittelst metallischem Eisen. Die nach a) bereitete, klare,bis auf den vierten Theil der angewandten Molken verdunsteteAuflösung des milchsauren Natrons evaporire mau (von jetzt annicht anders als im Wasserbade) zur Extraktcoosistenz (auf etwa12 1 j Th. oder auf den achten Theil der angewandten Molken),ziehe das Extrakt durch Digestion in einem Kolben zweimal mitWeingeist von 90% aus, kolire, presse aus, vermische die gei-stige Lösung mit dem dritten Theile vom Gewicht der ver-brauchten Soda concentrirter Schwefelsäure, lasse einigeStunden unter fleissigem Umschutteln stehen, kolire das ausge-schiedene Salz und fillrire die Flüssigkeit. Zu letzterer mischeman, wenn 100 Theile Molken in Arbeit genommen waren, gegen40 Theile Wasser, ziehe den Weingeist bis auf etwa 50 TheileRuckstand ab, giessc diesen in einen Kolben, setze 2 Theilegepulvertes Eisen hinzu, digerire im Sandbade unter öftermUmschutteln mehrere (gegen 3) Stunden, oder überhaupt so lange,als noch eine Einwirkung auf das Eisen wahrzunehmen ist undfiltrire noch heiss. Sollte während der Digestion viel Wasser ver-dunsten und bereits ausgeschieden seyn, so musste jenes kurzvor dem Filtriren wieder durch heisses ersetzt werden. Die nachmehrtägigem Stehen in der Kälte ausgeschiedenen Salzrinden be-freie mau von der Salzlauge, verdunste diese weiter, wiederholediess noch einmal, und giesse die letzte, gewöhnlich schwarze,Mutterlauge weg. Sämmlliche Krystallmassen werden mit kaltem