Ferrum oxydulatum lacticum.
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Weingeist ausgewaschen und getrocknet. Sollten die letzten An-schüsse dennoch sehr gefärbt bleiben, so löse man sie nach demTrocknen in ihrer zwölffachen Menge kochenden Wassers auf,filtrire und krystallisire. Man bekommt von 100 Thoilen Molkenu. s. w. 5 — 6 Theile Salz.
Vorgang, a) Was die Entstehung der Milchsäure aus demMilchzucker betrifft, so verweise ich auf den Artikel Acid. lacti-cum. Kommt das durch die Sättigungen mit kohlensaurem Natrongebildete milchsaure Natron in concentrirter Lösung mit schwefel-saurem Eisonoxydul zusammen, so vereinigt sich das Natron mitder Schwefelsäure und das Eiseuoxydul mit der Milchsäure; letz-tere Verbindung scheidet sich ihrer Schwcrlöslichkeit wegen inder Kälte grossentheils aus, während das schwefelsaure Natronaufgelöst bleibt. Sogleich beim Zusammentreffen beider Salzlösun-gen entsteht eine schmutzig graue Trübung von ausgeschiedenenKäsetheilchen und Extraktivste ff, welche am schnellsten durch Fla-nell von der Flüssigkeit getrennt wird. Wollte man durch Papierfiltriren, so würde der grösste Theil des Salzes auf dem Filtererstarren. Vom Eisenvitriol bedarf mau auf 1 M.-G. milchsauresNatron 1 M.-G.; mau hat aber zur Bestimmung der Menge desVitriols nicht erst nölhig, das milchsaure Natron rein darzustellen,sondern kann dazu die Menge der verbrauchten Soda als Anhalts-punkt benutzen, denn da 1 M.-G. zur Sättigung angewandte Soda
I M.-G. milchsaures Natron erzeugt, so entspricht 1 M.-G. Sodaauch 1 M.-G. Eisenvitriol. Das M.-G. der kryslallisirten Soda =NaO -\- C0 2 + 10 HO ist aber 1788, das M.-G. des Eisen-vitriols — FeO -f- SOVj + 7 HO ist 1738, folglich können,ohne einen grossen Fehler zu begehen, auf 11 Theile krystallisirteSoda (die man gewöhnlich zu lOOTheilen Molken u. s. w. bedarf)
II Theile Vitriol genommen werden.
Bei Anwendung des Eisenchlorürs (von welchem man, weiles als FeCl -f- 2 HO ein M.-G. von 1018 hat, weit wenigerbedarf) findet natürlich derselbe Process statt, nur dass, stattschwefelsauren Natrons, salzsaures Natron entsteht.
Das heraus krystallisirte milchsaure Eisenoxydul wird zurEntfernung einer geringen Menge anhängenden schwefelsauren odersalzsauren Natrons mit etwas kaltem Wasser gewaschen, undletzteres, des schnellern Trocknens wegen, durch Weingeist ver-drängt. Während des Trocknens nimmt das Salz an den Stellen,wo die Euft frei einwirken kann, leicht einen Stich ins Bräun-