Druckschrift 
Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
Entstehung
Seite
314
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

314

Cupram oxydatum sulphoricum.

Cuprum oxydatum sulphuricum.

(Vilriolum coeruleum. Schwefelsaures Kupferoxyd, Blauer

Vitriol)

Formel: CuO + S0 3 + 5 HO.

Bereitung. In einen gläsernen Kolben wiege man: 2 T heilezerkleinertes metallisches Kupier, 3 1 /, Theile eonc.Schwefelsäure, 12 Th. Wasser und 4 Th. Salpetersäurevon 1,20 spec. Gewicht, stelle ihn ins Sandbad, digerire so langebei geliuder, zuletzt bis zum Kochen zu verstärkender Wärme, alsnoch eine Einwirkung auf das Kupfer wahrzunehmen ist, filtrirehierauf und stelle das Filtrat an einen kühlen Ort. Das nachmehrtägigem Stehen ausgeschiedene Salz sammle man, verdunstedie Mutterlauge noch so oft. als etwas daraus anschiesst, und lassesämmtliche Krystalle auf- Druckpapier ausgebreitet an der Luftaustrocknen. Die Ausbeute an Vitriol beträgt von 2 TheilenKupfer über 7 Theile.

Auch hier kann man sich, statt des metallischen Kupfers,mit Vortheil des Kupferhammerschlags bedienen; dasMengen-verhältniss bleibt, mit Ausnahme der Salpetersäure, von der mandann nur 2 Theile braucht, dasselbe.

Vorgang. Metallisches Kupfer wird von der verdünntenSchwefelsäure selbst in der Wärme fast gar nicht angegriffen;setzt man aber so viel Salpetersäure hinzu, dass es sich oxydirenkann, so erfolgt die Auflösung ziemlich leicht. Die zu Stickoxydreducirte Salpetersäure entweicht; das Gas zieht aber an der Luftsogleich wieder Sauerstoff an und bildet braungelbe Dämpfe vonUntersalpetersäure.

3 M.-G. Cu, 3 M.-G. S0 ;J und 1 M.-G. NO s bilden:3 M.-G. CuO + S0 3 und 1 M.-G. N0 2 .1188 Theile Kupfer erfordern mithin 1839 Theile Schwefelsäure-Hydrat und 2500 Th. Salpetersäure von 1,20 spec. Gewicht (mit27 Proc. wasserfreier Säure). Die übrige Behandlung bedarf keinerErklärung. Bedient man sich des Kupferhammerschlags, sobedarf man nur halb so viel Salpetersäure, weil derselbe derHauptsache nach Oxydul = Cu., 0 ist, welches schon die Hälftedes zum Oxyd nöthigen Sauerstoffs enthält.

Gewöhnlich stellt man den Kupfervitriol im Kleinen auf dieWeise dar, dass man Kupfer mit cono. Schwefelsäure kocht. EinTheil Schwefelsäure giebt dabei 1 M.-G. Sauerstoff an das Kupfer