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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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313
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Cuprum oxydatum nifricum. 313

1 Theil Metall liefert 3 Theile trocknes und nahe an 4 Theilekrystallisirtes Salz. Von 1 Theil Kupferhammerschlag bekommtman etwas weniger.

Vorgang. Kommt metallisches Kupfer mit Salpetersäure zu-sammen, so wird es schon in der Kälte lebhaft angegriffen undaufgelöst. 1 M.-G. Salpetersäure giebt 3 M.-G. Sauerstoff an3 M.-G. Kupfer ab, das gebildete Kupferoxyd vereinigt sich mit3 M.-G. Salpetersäure zu salpetersaurem Kupferoxyd, und die der3 M.-G. Sauerstoff beraubte Salpetersäure entweicht als Slickoxyd= N0 2 ; das letztere aber nimmt, sowie es an die Luft tritt,noch 2 M.-G. Sauerstoff auf, und bildet braungelbe Dämpfe vonUntersalpetersäure = N0 4 .

3 M.-G. Cu und 4 M.-G. N0 5 bilden:3 M.-G. CuO + NO fi und 1 M.-G. NO,,und dieses mit 2 M.-G. 0 : N0 4 .1188 Theile Kupfer bedürfen also 2700 Th. wasserfreie Salpeter-säure oder 10,000 Theile von 1,20 spec. Gewicht (worin 27Proc.wasserfreie Säure). Bedient man sich des Kupferhammerschlags,so kann man etwas Säure ersparen, denn derselbe ist der Haupt-sache nach Kupferoxydul. Es werden dann aus

3 M.-G. Cu 2 0 und 7 M.-G. N0 5 gebildet:6 M.-G. CuO + NO s und 1 M.-G. N0 2 .Oder: 2676 Theile Oxydul bedürfen 4725 Theile wasserfreie Sal-petersäure u. s. w.

Das Abdampfen des Salzes zur Trockne muss gegen das Endemit grosser Vorsicht geschehen, weil die Verbindung der Salpe-tersäure mit dem Kupferoxyde keine sehr feste ist und sich schonim Sandbade in freie Säure und basisches Salz zerlegen kann,wenn nicht durch beständiges Umrühren die zu grosse Erhitzungeinzelner Parthien des Salzes verhindert wird.

Prüfung. Das salpetersaure Kupferoxyd bildet entweder einblassblaues krystallinisches Pulver oder rein blaue rhombischeSäulen, riecht schwach nach Salpetersäure, schmeckt siechend undekelhaft metallisch und reagirt stark sauer. An der Luft zerfliesstes; Wasser, sowie Weingeist lösen es leicht auf. Im Platinlöffelerhitzt, schmilzt es unter Entbindung von Wasser und Salpeter-säure, und hinterlässt ein hellgrünes basisches Salz = 5 GuO-f- N0 5 , welches durch weiteres Erhitzen reines Kupferoxyd hin-terlässt. Eisenoxyd, womit es (vom Kupfer her) meistensverunreinigt ist, erkennt man wie beim vorigen Präparate.