sinnreiche Verbesserungen, auf die nicht näher eingegangen werden,kann, lassen sich jetzt durch Funkentelegraphie Nachrichten auf80Ö0 km und darüber hinaus übermitteln.
§ 218. Licht und Elektrizität. Zwischen Licht und Elektrizitätbestehen eine Reihe interessanter Beziehungen. So wird z. B. die Ebenepolarisierten Lichtes in durchsichtigen Dielektrica, die sich in einemmagnetischen Felde befinden (Paraday), sowie bei Reflexion an po-lierten Endflächen von Magneten (Kerr) gedreht. Auch erleiden dieSpektrallinien durch Einwirkung eines starken magnetischen Feldeseine Veränderung, die in Zwei- oder Dreiteilung usw. besteht (Zee-MANNsches Phänomen). Ferner werden stark elektrisierte Dielek-trica doppelbrechend (Kerr). Umgekehrt gibt es auch Wirkungendes Lichts auf Elektrizität. So wird z. B. der Leitungswiderstanddes Selens durch Belichtung verringert, und ultraviolette Strahlenbesitzen die Fähigkeit, die Luft zu ionisieren [§ 212], wodurch z. B.eine größere Schlagweite elektrischer Funken erzielt werden kann.Sehr bemerkenswert ist ferner, daß der Quotient aus der elektro-magnetischen und der elektrostatischen Einheit der Elektrizitäts-menge der Lichtgeschwindigkeit entspricht [vgl. § 219]. Vor allemist aber durch die Hertz sehen Versuche der direkte Nachweis elek-trischer Wellen erbracht und gezeigt worden, daß diese sich genauanalog den IicJitscellen verhalten [§ 216].
Auf Grund dieser und noch anderer Tatsachen und Erwägungenist die von Maxwell 1865 (also bereits vor den Hertz sehen Versuchen)aufgestellte und später von anderen erweiterte elektromagnetischeLichttheorie jetzt ziemlich allgemein angenommen. Hiernachberuht die Fortpflanzung des Lichtes auf Ausbreitung elektrische rbzw. magnetischer Wellen im Äther, die ihrerseits nach den neuestenAnschauungen durch Schwingungen von Elektronen [§ 212] in denleuchtenden Körpern erzeugt werden. Diese Elektronenschwingjingen,die durch die hohe Temperatur oder elektrische Einflüsse zustandekommen sollen, wären demnach die eigentliche Ursache der Licht-ausstrahlung.
§ 219. Zusammenstellung der wichtigsten elektrischen Maße. Man
unterscheidet zwei absolute elektrische Maßsysteme [§ 5]. Je nachdemman nämlich die Elektrizität im Zustande der Ruhe betrachtet oder aber vonihren magnetischen Wirkungen ausgeht, erhält man die elektrostatischen oderaber die elektromagnetischen Maße, von denen hauptsächlich die letzteren inGebrauch sind.
Die elektrostatischen Maße kann man alle ableiten von der elektro-statischen Einheit der Elektrizitätsmenge, deren Definition und Dimension