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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Ursprung und Ausbreitung des Lichtes.

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der Optik näher eingegangen werden, ebenso wie auf die Erscheinungender Brechung, Polarisation und Interferenz der Wärmestrahlen, welchegenau den Verhältnissen beim Lichte entsprechen.

Optik.

A. Ursprung und Ausbreitung des Lichtes.

§ 106. Natur des Lichtes. Unter Licht versteht man einmal diesubjektive Empfindung der Helligkeit, welche durch verschiedeneReize des Sehnerven und der Sehzentra, z. B. durch Elektrizität,Blutdruckschwankungen usw. hervorgebracht wird, dann aber be-sonders im physikalischen Sinne ausschließlich das Agens selbst,welches diese Empfindung unter normalen Verhältnissen auslöst.Über die Natur dieses letzteren bestehen verschiedene Ansichten.Nach der Emanations- oder Emissionstheorie 1 Newtons istdas Licht ein äußerst feiner Stoff, der von den leuchtenden Körpernausgesandt wird. Nach der jetzt fast allgemein angenommenen Un-dulationstheorie 2 von Huygens entsteht es ebenso wie Wärmedurch außerordentlich schnelle Schwingungen der Körpermoleküle,die durch transversale Ätherschwingungen fortgepflanzt werden [vgl.§ 105]. Die moderne elektromagnetische Lichttheorie ist in§ 218 erwähnt.

§ 107, Lichtquellen. Die Verwandtschaft zwischen Wärme undLicht zeigt sich z. B. darin, daß durch genügende Wärmezufuhr Körperleuchtend werden. So wird ein Platindraht durch Erhitzen rot- undschließlich weißglühend. Auch das elektrische Glühlicht ist durchvermehrte Wärmeentwicklung des elektrischen Stromes zu erklären.So ist auch verständlich, daß die größte Wärmequelle, die Sonne,zugleich die stärkste Lichtquelle vorstellt. Alle derartigen Körper,deren Moleküle also so schnell schwingen, daß die von ihnen aus-gehenden Ätherwellen (400800 Billionen in 1 Sekunde) als Lichtempfunden werden [vgl. § 135], heißen selbstleuchtend. VonHimmelskörpern gehören außer der Sonne nur noch die Eixsternedazu, während z. B. die Planeten nur dadurch sichtbar sind, daß siedas Sonnenlicht reflektieren. Besonders stark wird die Lichtentwick-lung, wenn mit der Erwärmung auch eine lebhafte Oxydation (Ver-brennung) Hand in Hand geht. Brennende Gase haben übrigens nurein geringes Leuchtvermögen, das aber durch suspendierte feste Par-tikelchen bedeutend erhöht wird. So beruht die Helligkeit einer Gas-

1 emano ausfließen, emitlo aussenden. .* undulatus -wellenförmig.