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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Einleitung.

§ 1. Physik und Chemie. Die Physik 1 beschäftigt sich mitden Kräften, die in der Natur walten, die Chemie dagegen mit derstofflichen Zusammensetzung der Körper. Ist z. B. Eisen der Luftausgesetzt, so rostet es, d. h. es entsteht durch Verbindung mit demSauerstoff und Wasserstoff der Luft ein ganz neuer Körper, nämlichEisenoxydhydrat. Bestreicht man dagegen Eisen mit einem Magnet,so ist zwar stofflich kein Unterschied zu bemerken, aber das Eisenhat eine neue Kraft, nämlich magnetische Wirkung, bekommen. Dererste Vorgang fällt in das Gebiet der Chemie, der zweite in das derPhysik. Beide Gebiete sind aber nicht scharf voneinander abzu-grenzen, da Kraft und Stoff nur begriffliche Abstraktionen sind, diein Wirklichkeit nie allein vorkommen, sondern stets untrennbar mit-einander verbunden sind. Ihre gesonderte Betrachtung geschiehtnur aus praktischen Gründen.

Die scheinbar trivialen Wahrheiten, daß aus nichts nichts ent-stehen, und daß umgekehrt nichts spurlos verschwinden kann, bildendie Grundlagen der Physik und Chemie, die' noch nicht allzu langeZeit sicher festgestellt sind. Lavoisier bewies nämlich am Ende des18. Jahrhunderts mit der Wage das Gesetz von der Unzerstörbar -keit des" Stoffes, Robert Mayer sprach 1842 das Gesetz von derUnzerstörbarkeit der Kräfte aus, auch Gesetz von der Er-haltung der Energie genannt.

§ 2. Atome und Moleküle. Bezüglich der Beschaffenheit desStoffes (der Materie 2 ) wird heute ziemlich allgemein die Atom-theorie Dalton s angenommen, deren Anfänge bis auf Demokritzurückgehen. Danach bestehen die Körper aus kleinsten, selbst mikro-skopisch unsichtbaren Teilchen, den Atomen 3 , die man sich durchfortgesetzte Teilung entstanden denken kann. Diese können abernicht allein existieren, sondern bilden Komplexe von mindestens zweiAtomen, die sogenannten Moleküle 4 . Bei den Elementen (d. s.

1 tpvaixi] (&ea>(>ia) eigentlich nur: Naturforschung. 2 Mütter- oder Ur-substanz; von mater Mutter. 3 äro/zos unteilbar. 4 Diminutiv von mofesMasse.

Guttmann, Grundriß der Physik. 17.20. Aufl. 1