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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Elektrizität.

die Stromstärke durch die elektrolytischen Wirkungen des Stromesmessen, wenn man eine Einheit hierfür festgelegt hat. In der Tatist, wie bereits erwähnt [§ 174], die praktische Einheit der Stromstärke,1 Ampere, auf diese Weise bestimmt worden.

2. Die durch den gleichen Strom in verschiedenenElektrolyten während gleicher Zeiten abgeschiedenenZersetzungsprodukte verhalten sich wie ihre chemischenÄquivalentgewichte. Unter letzteren versteht man den Quo-tienten aus Atomgewicht und Wertigkeit der Elemente bzw. Radikale.Ein Strom, der 1 gr H abscheidet, scheidet demnach auch ab 35,5 grGl, 108 gr Ag, 62 gr N0 3 , - 1 ./ gr 0, fi /' gr Zn, AfJ gr Au usw.

Man kann also die Stromstärke messen, wenn man weiß, wievielZersetzungsprodukte („elektrochemische Äquivalente") ein Strom von1 Ampere in 1 Sekunde liefert. Es sind dies z. B. 1,118 mgr Silber,0,328 mgr Kupfer, 0,174 ccm Knallgas usw. Die hierauf beruhendenApparate zur Messung der Stromstärke heißen Voltameter (nichtzu verwechseln mit Voltmetern!).

Beim Knallgas voltameter z. B. mißt man die Menge des durch Zer-setzung angesäuerten Wassers entstandenen Gemenges von Wasserstoff undSauerstoff, welches Knallgas heißt. Beim Silbervoltameter stellt man dieGewichtszunahme fest, die eine als Kathode benutzte und mit Silbernitrat-lösung gefüllte Platinschale dadurch erfährt, daß sich beim StromdurchgangSilber auf ihr niederschlägt.

§ 187. Anwendungen der Elektrolyse. Die Elektrolyse dient u. a.zur Reindarstellung von Metallen aus ihren Verbindungen,insbesondere des Aluminiums. Bei der Ga]vanostegie 1 wird aufelektrolytischem Wege ein festhaftender metallischer Überzug, z. B.von Gold, Silber, Nickel, auf anderen minderwertigen Metallen er-zeugt („galvanische Vergoldung, Versilberung, Vernickelung" usw.).Der betreffende Gegenstand wird als Kathode in den Strom geschaltet;als Elektrolyt dient eine Lösung eines Gold-, Silber-, Nickel- usw.Salzes, aus der die Metall-Ionen zur Kathode wandern und den dortbefindlichen Gegenstand überziehen. Als Anode dient ein Streifenaus Gold, Silber, Nickel usw., der durch die Anionen aufgelöst wirdund so die elektrolytische Flüssigkeit beständig erneuert. Ähnlichist die Galvanoplastik, bei der man von einem mit ganz schwacherFettschicht überzogenen Gegenstand, der wieder als Kathode ein-geschaltet wird, einen Metallabguß herstellt. Auch medizinischwird die Elektrolyse vielfach angewandt. Bringt man die (oft nadei-förmigen) Elektroden an die zu beeinflussende Stelle, so bilden dieim wesentlichen Kochsalz enthaltenden Körpersäfte den Elektro-

oriyco mit einer Decke versehen.