Strömende. Elektrizität. 167
lyten. An der Anode findet Säurebildung, an der Kathode Laugen-büdung statt, was z. B. zur Blutstillung und zur Beseitigung vonHaaren und Neubildungen aller Art benutzt wird. Bei der Ionto-phorese werden gelöste Medikamente durch die Haut hindurch inden Körper, entsprechend den Gesetzen der Ionenwänderung, ein-geführt.
§ 188. Konstante Elemente. Die ursprünglichen galvanischenElemente hatten alle den Fehler, daß ihre elektromotorische Kraftbald abnahm. Es beruht dies darauf, daß durch elektrolytische Pro-zesse, die natürlich auch im Inneren eines solchen Elementes vorsich gehen, die Elektroden verändert werden, was man auch mitdem Namen galvanische Polarisation bezeichnet. Im Kupfer-Zink-Schwefelsäure-Element scheiden sich z. B. am Zink 1 die $0 4 -Ionen ab und bilden mit dem Zink Zinksulfat; am Kupfer tritt derelektropositive Wasserstoff auf und umgibt es mit einem feinen Häut-chen. Es tauchen also nicht mehr die reinen Elektroden in die Flüssig-keit; und da die elektromotorische Kraft eines Elements nur*von derNatur der Elektroden (und der Flüssigkeit) abhängt, so ist klar,daß durch die Polarisation eine Änderung der elektromotorischenKraft bewirkt wird. Und zwar wird dieselbe kleiner, da durch dieIonen die Elektrizität der Elektroden zu einem Teil neutralisiertwird. Ja, es tritt sogar ein dem ursprünglichen entgegengesetzt ge-richteter Strom, der sog. Polarisationsstrom, zwischen den ver-änderten Elektroden auf, indem z. B. im angeführten Falle das untereKupferende durch den darauf abgelagerten positiven Wasserstoff zurAnode, das Zinksulfat zur Kathode wird. Um konstante Elementezu erhalten, d. h. solche, deren elektromotorische Kraft annäherndgleich bleibt, muß man also die Wirkung der Polarisation beseitigen 2 . •Diese ,Repolarisation" wird dadurch erreicht, daß man die / Ka-thodejin eine Flüssigkeit tauchen läßt, die den hauptsächlich die Po-larisation bedingenden Wasserstoff sofort oxydiert. Oft nimmt manauch für jede Elektrode eine besondere Flüssigkeit, die entwederdurch eine poröse Scheidewand (die der Ionenwanderung kein Hin-dernis bietet) getrennt oder (bei verschiedenem spezifischen Gewicht)einfach übereinander geschichtet sind.
1 Zum Verständnis dieser Vorgänge muß man beachten, daß für die iinnere Strombahn Zink die Anode, Kupfer die Kathode vorstellt, während \für die äußere Strombahn Kupfer Anode, Zink Kathode ist (vgl. Fig. 152). |— a Da man in der Medizin den galvanischen Strom auch konstantenStrom nennt (besser wäre: kontinuierlichen Strom) muß man sich vor Miß-verständnissen hüten. Also auch inkonstante Elemente liefern „konstanten"Strom.