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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Elektrizität.

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Fig. 150.

Spannungsreihe auseinanderstehen. Will man die schwache elektro-motorische Kraft eines solchen Thermostromes erhöhen, so ver-einigt man mehrere Thermoelemente zu einer Thermosäule, beider immer die ungeraden Lötstellen an einer Seite liegen und zusammenerwärmt werden. Fig. 150 zeigt z. B. die NoBiLische Thermosäule,

die hauptsächlich zur Messung strah-lender Wärme benutzt wird, da schonsehr geringe Temperaturdifferenzenelektrische Ströme erzeugen, die miteinem Galvanometer (Thermomul-tiplikator) sehr genau nachzuweisensind. Auch zur Messung sehr hoherund sehr niedriger Temperaturen findenThermosäulen bzw. ThermoelementeAnwendung; für den ersten Fall be-nutzt man eine Kombination von Platin und Platin-Rhodium, fürden zweiten von Platin und Konstantan. Manche Arten von Thermo-säulen werden auch zum Laden kleinerer Akkumulatoren benutzt.

§ 185. Elektrolyse. Geht ein elektrischer Strom durch sog. Leiterzweiter Klasse [§ 171], so Werden diese zersetzt. Man nennt diesenVorgang Elektrolyse 1 , die betreffenden Flüssigkeiten auch Elek-trolyte. Die Zersetzungsprodukte treten nur an den Elektrodenauf, nämlich an der negativen Elektrode (Kathode) die Wasserstoff-atome der Säuremoleküle bzw. die Metallatome der Laugen- undSalzmoleküle, dagegen an der positiven Elektrode (Anode) die übrig-bleibenden Atomgruppen. Geht also z. B. ein elektrischer Stromdurch ein Gefäß mit verdünnter Salzsäure (HCl), in das als Elek-troden zwei Drähte oder Platten tauchen, so entsteht an der Kathode*H, an der Anode Gl. Wenn nun die Zersetzungsprodukte auf die Elek-troden oder die Flüssigkeit chemisch einwirken, was meist der Fallist, so entstehen sekundäre Prozess/. Geht z. B. der Strom durchverdünnte Salpeterlösung (KNO ' ), so entsteht primär an der KathodeK, an der Anode NO . Das K setzt sich aber mit dem Lösungswasserum nach der Formel K + H<ß = KOH + H. Den analogen Vorgangan der Anode erläutert die Formel 2 NO, + HO = 2 HN0 o + 0. Eswird also hier durch sekundäre Prozesse an der Kathode Wasserstoff,ander Anode Sauerstoff frei. Die scheinbare Zersetzung von Wasserdurch den elektrischen Strom ist stes auf solche sekundäre Prozesse(bedingt durch die im Wasser enthaltenen Salze) zurückzuführen;chemisch ganz reines Wasser wird nicht zersetzt, leitet auch denelektrischen Strom so gut wie gar nicht.

1 Xvoig Axiflösung, Zersetzung.