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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Magnetismus.

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Nordpol des Magneten genäherte Teil zum Südpol und umgekehrt.Diese Erscheinung, auf der auch die Anziehung beruht, heißt magne-tische Influenz und findet ihre Erklärung am besten durch dieAnnahme, daß in jedem unmagnetischen Eisen schon beide Artenvon Magnetismus enthalten sind, aber so angeordnet, daß sie sichgegenseitig neutralisieren, nach außen also nicht wirken können.Nähert man aber einen Magneten, so zieht er den ungleichnamigenMagnetismus in das zugewandte Ende, den gleichnamigen stößt erin das entgegengesetzte. Diese Annahme erklärt auch die indifferenz-zone; denn hier stoßen ja Nord- und Südmagnetismus zusammenund neutralisieren sich daher.

§ 152. Konstitution der Magnete. Früher hatte man die bequeme,aber vage Vorstellung, der Magnetismus bestehe aus zwei Fluida(Flüssigkeiten), welche durch Influenz voneinander getrennt würden.Damit ist jedoch die Tatsache nicht zu erklären, daß, wenn man einenMagneten in der Mitte zerbricht, jeder dieser Teile wieder ein voll-kommener Magnet mit Nord- und Südpol und Indifferenzzone ist.Dieser Versuch kann beliebig oft wiederholt werden. Man erklärtdiese Erscheinung durch die Molekulartheorie, indem man sichvorstellt, daß schon die Moleküle kleinste Magnete sind. In den Mag-neten sind sie so regelmäßig angeordnet, daß alle Nordpole nach dereinen, die Südpole nach der anderen Seite gerichtet sind, so daß sichihre Wirkung addiert; im unmagnetischen Eisen dagegen sind sie ganzunregelmäßig durcheinander gelagert und daher unwirksam. DieInfluenz erklärt sich demnach so, daß der Magnet auf die Moleküledes Eisens eine richtende Wirkung ausübt und alle gleichnamigenPole nach derselben Seite hin dreht. Diese Drehung der Moleküleist bei manchen Körpern, z. B. Schmiedeeisen, leicht; aber nach Ent-fernung des Magneten kehren die Moleküle auch wieder leicht in diefrühere Lage zurück. Diese Körper besitzen also nur temporärenMagnetismus. Bei anderen Körpern dagegen, z. B. Stahl, ist dasRichten der Moleküle schwerer; dafür bleiben sie auch lange in derneuen Lage. Diese Körper besitzen demnach permanenten oderdauernden Magnetismus. Die Kraft, welche die Moleküle in ihrerjeweiligen Lage zu halten sucht, wird Koerzitivkraft x genannt.Sie stellt sich nicht nui der Magnetisierung entgegen, sondern auchder Entmagnetisierung. Besitzt also ein Körper bereits Magnetismus,so erfolgt die Änderung seines magnetischen Zustandes nicht pro-portional der magnetisierenden Kraft, sondern bleibt hinter dieserzurück. Diese Eigenschaft, welche besonders bei Elektromagnetenvon Bedeutung ist, nennt man Hysteresis 2 . Auf ihr beruht es

1 coSrceo zusammenhalten. 2 vare^rjms das Zuspätkommen.