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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Magnetismus."

Körper hindurch, Eisen ausgenommen. Die Richtung der magne-tischen Kräfte kann man erkennen, wenn man z.B. auf die Pole einesHufeisenmagneten ein Kartenblatt legt und darauf Eisenfeilspäne streut.

Letztere ordnen sich dann inKurven, die sog. magneti-schen Kraftlinien, an, dievon einem Pol zum anderenziehen und genau die Kraft-richtung des Magneten injedem Punkte des magnetischenFeldes anzeigen (Fig. 129). Imeinpoligen Felde strahlen dieKraftlinien radiär von dem

Pole aus [vgl. 8 1901.Fig. 129. L & S J

Es ist üblich, die Richtungder Kraftlinien dadurch zu bezeichnen, daß man annimmt, sie gehenaußerhalb des Magneten vom Nordpol zum Südpol; demgemäß verlaufen sieim Innern des Magneten vom Südpol zum Nordpol. Die Einführung desKraftlinienbegriffs ist zur Veranschaulichung mancher magnetischerVorgänge sehr geeignet. Die Tatsache, daß ein Körper Magnetismusbekommt bzw. verliert, kann man z. B. auch dadurch ausdrücken, daßman j sagt, er sendet Kraftlinien aus, bzw. er zieht seine Kraftlinienein. Wird anderseits ein Körper von Kraftlinien geschnitten, so wird ermagnetisch. Entsprechend obiger Definition entsteht an der Eintrittsstelleder Kraftlinien ein Südpol, an ihrer Austrittsstelle ein Nordpol. Weiterhindienen die Kraftlinien auch zu einer übersichtlichen Darstellung der Feld-stärke. Macht man nämlich die (an sich willkürliche) Annahme, daß in einem

homogenen Felde von einem Pol, der die Einheitder magnetischen Menge besitzt, in einer zurRichtung der Kraftlinien senkrechten Ebenedurch jedes Quadratzentimeter 1 Kraftliniegeht, dann kann man offenbar die Polstärke 2dadurch definieren, daß hier durch jedesQuadratzentimeter 2 Kraftlinien gehen usw.Je dichter also an einer Stelle die Kraftliniensind, desto größer ist hier die Feldstärke. Bringtman z. B. in ein magnetisches Feld einen Ringaus weichem Eisen, so gehen die meistenKraftlinien bogenförmig um dessen Mitte herum(Fig. 130); das heißt nichts anderes, als daßim Innern eines solchen Eisenrings die Stärkedes magnetischen Feldes sehr gering ist. Manbenutzt diese magnetische Schirmwirkungdes Eisens z. B. dazu, um Magnetnadeln vom Einfluß des Erdmagnetismus un-<abhängig zu machen, indem man sie in ein Gehäuse aus Eisen bringt.

§ 151. Magnetische Influenz. Nähert man ein Stück Eisen einemMagneten, so wird es ebenfalls magnetisch, und zwar wird der dem

Fig, 130.