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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Magnetismus.

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Eisen und ähnliche Körper anzuziehen und, wenn sie in horizontalerEbene frei beweglich aufgehängt sind, eine bestimmte Richtung ein-zunehmen. Ein natürlicher Magnet ist der schon den Alten be-kannte Magneteisenstein oder Magnetit (Fe 3 0^). Für physikalischeund technische Zwecke kommen jedoch nur künstliche Magnetein Betracht, die aus Eisen hergestellt werden [§§ 153, 193].

§ 149. Magnetische Anziehung. Die künstlichen Magnete unter-scheidet man nach ihrer Form in Stab- und Hufeisenmagnete,sowie (frei bewegliche) Magnetnadeln. Jeder Magnet hat zweiStellen nahe an seinen beiden Enden, an denen die Anziehungskraftam größten ist, die Pole (Nord- und Südpol). Von hier nimmt dieAnziehungskraft nach der Mitte hin allmählich ab, bis sie in der In-differenzzone gleich Null ist. Man kann dies leicht zeigen, wennman einen Magneten in Eisenfeilspäne legt. Je nach den Polen gibtes Nord- und Südmagnetismus, und es besteht das wichtigeGesetz, daß gleichnamige Pole sich abstoßen, ungleich-namige sich anziehen. Also z. B. Nordpol und Nordpol stoßensich ab, Nordpol und Südpol ziehen sich an. Die von jedem Pol aus-gehende magnetische Wirkung bezeichnet man als Polstärke, wofürman auch gleichbedeutend magnetische Menge oder Masse sagt.Das Produkt aus der Polstärke eines Poles und dem Abstand beiderPole heißt magnetisches Moment des Magneten.

Für zwei aufeinander wirkende magnetische Körper gilt nundas dem Gravitationsgesetze [§ ll]/analoge CouLOiiBSche Gesetz,daß nämlich die Kraft der magnetischen Anziehung bzw.Abstoßung direkt proportional dem Produkte der Pol-stärken, umgekehrt proportional dem Quadrate der Ent-fernung der Pole ist,

F =

mm x

k.

Hierbei ist k eine von der gewählten Einheit der Polstärke abhängigeKonstante. Setzt man diese gleich 1, so kann man als absoluteEinheit der Polstärke (oder magnetischen Masse) diejenige Pol-stärke definieren, welche auf eine gleichgroße im Abstände 1 cm dieKraft 1 Dyne [§ 11] ausübt 1 .

§ 150. Magnetisches Feld. Kraftlinien. Der ganze Raum, auf densich die magnetische Wirkung erstreckt, heißt magnetisches Feld.Ein Magnet wirkt nicht nur durch Luft, sondern auch durch andere

1 Für diesen Fall wird also fr = - und m = fF-r 2 . Hieraus ergibt sich

als Dimension der Polstärke [§§ 5, 11] i mli^ V = m 1 '* i% i~' bzw. gr 1 /,cm'' ! sec~ l .