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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Interferenz und Polarisation.

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Fig. 119.

von 71°) bilden. ABCD (Fig. 115) sei dann der neue Durchschnitt durch dieEckpunkte. Darauf wird der Kristall senkrecht auf diese Ebene AD und zu-gleich senkrecht auf die neuen Endflächen A C und BD durchsägt, so daß alsozwei dreiseitige Prismen entstehen, und dann werden die Schnittflächen wiederin der alten Lage durch Kanadabalsam zusammengekittet.

Trifft nun ein Lichtstrahl ab (Fig. Uli) auf die rhombische Vorder-fläche des Prismas, so wird er in zwei Strahlen zerlegt. Da der ordent-liche Strahl bc sich im

A, .................... 3 H B

II

Doppelspat langsamerfortpflanzt als im Kana-dabalsam, dieser mithinfür ihn ein optisch dün-neres Medium vorstellt,so wird er bei genügendschrägem Auffall an der Balsamschicht total reflektiert und seitlichbei d in der dunklen Einfassung des Prismas absorbiert. Der außer-ordentliche Strahl bc' dagegen, der im Kristall rascher verläuft'alsim Balsam, geht unbehindert durch diesen und verläßt das Prismabei d' parallel mit seiner ursprünglichen Richtung. Ein Mcol läßt alsonur Strahlen hindurch, die ebenso schwingen wie der außerordentlicheStrahl, d. h. parallel dem Hauptschnitt oder, was dasselbe ist, parallelder kürzeren Diagonale seiner rhombischenEndflächen, wie Eig. 120, zeigt, die dieEndfläche eines Nicols samt Fassung dar-stellt. PP ist die zur Schwingungsebenesenkrechte Polarisationsebene. Je nach-dem also die Achsen zweier Mcols paralleloder rechtwinklig gekreuzt sind, resultiertHelligkeit oder Dunkelheit, wie beim Tur-malin. Ein Nicol kann natürlich ebenfalls sowohl als Polarisator wieals Analysator dienen.

Bilden die optischen Achsen beider Nicols (bzw.Turmalinplatten) einen anderen Winkel als einen Rechten,sei z. B. MN (Fig. 121) die Richtung der Achse im ersten,PQ die im zweiten Nicol, so wird das durch den Polarisa-tor tretende Licht, dessen Schwingungsrichtung und Am-plitude OC sei, nach dem Parallelogramm der Kräfte indie Schwingungen OA und OB zerlegt, von denen nurerstere den Analysator passiert, da sie in dessen Haupt-schnitt PQ fällt. Die Helligkeit des durchgelassenen Lichtesentspricht der Größe der Komponente AO = OC cos a, istalso proportional dem Kosinus des Winkels a.

§ 144. Polarisation durch Reflexion und einfacheBrechung. Gewöhnliches Licht wird auch durch Re-flexion, ausgenommen an Metallspiegeln, in linear polarisiertes um-

Guttmann, Grundriß der Physik. 17 20. Aufl. 9

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Fig. 120.