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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Optik.

§ 143. Polarisation durch Doppelbrechung. Wie oben gezeigt,bietet die Doppelbrechung ein bequemes Mittel, polarisiertes Lichtzu erhalten. Da aber die Schwingungsebenen des ordentlichen undaußerordentlichen Strahles aufeinander senprecht stehen, durch ihreVereinigung nach Austritt aus dem Kristall also die Polarität fort-fallen würde, so muß einer dieser Strahlen beseitigt werden. BeimTurmalin z. B., einem rötlich bis grünen Kristall, geschieht dies vonselbst durch Absorption des ordentlichen Strahls. Es tritt hier alsonur ein polarisierter Strahl heraus und dieser schwingt in der Rich-tung der optischen Achse; durch Turmalinplatten, die parallel zuroptischen Achse geschliffen sind, also einen Hauptschnitt vorstellen,gehen somit nur diejenigen Komponenten eines gewöhnlichen Licht-strahls durch, die parallel der optischen Achse schwingen. Eine solcheTurmalinplatte dient dazu, um gewöhnliches Licht zu polarisieren,heißt daher Polarisator. Legt man eine zweite Turmalinplattevon gleicher Beschaffenheit so auf die erste, daß die Achsen parallelsind, so können die durch die erste gegangenen Lichtstrahlen auch die

zweite passieren; blickt man also durch diePlatten, so ist das Gesichtsfeld hell. Legt mansie aber mit gekreuzten Achsen aufeinander,so muß das Gesichtsfeld dunkel sein, weil jaimmer nur parallel der Achse schwingendeStrahlen durchgehen können (Fig. 117).Zwischen diesen Extremen gibt es natürlichÜbergänge (s. u.). Die zweite Platte dientzum Nachweis polarisierten Lichtes, weil jagewöhnliches, das nach allen Richtungen schwingt, in jeder Stellungdurch sie gehen würde; sie heißt daher Analysator. Zwei Turma-linplatten zusammen bilden einen vollkommenen Polarisationsapparat.Zweckmäßig verwendet man dazu die Turmalinzange, einefedernde Zange, die an ihren Enden zwei um ihre Achse drehbareTurmalinplatten trägt.

Häufiger als den Turmalin, der braun oder grün gefärbtes unddadurch geschwächtes Licht liefert, benutzt man zur Darstellung

polarisierten Lichtes den DoppelspatinForm des NicOLscherTPrismas,kurz N i c o 1 genannt.

AB''DC (Fig. 118) sei ein natür-liches Kalkspatrhomboeder, dessen durchdie Kanten A B' und CD gehende Haupt-schnittebene in der Zeichnungsebeneliegen möge (Fig. 119). Man schleift nunzunächst (entsprechend den punktierten Linien der Figur) die Endflächen so ab.daß sie mit den Kanten A B und CD Winkel von 68°) statt wie ursprünglich

m

ii

Fig. 117.

B B'

Fig. 118.