Interferenz und Polarisation.
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Wärmeleitungsvermögen usw.). So ist auch in diesen beiden Rich-tungen die Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Lichts verschieden groß,und dadurch ist eine Doppelbrechung bedingt, d. h. ein auffallenderStrahl teilt sich im Kristall in zwei Strahlen, die Gegenstände werdendaher doppelt gesehen. Der eine von beiden Strahlen folgt dem Snellius-schen Gesetze [§ 116] und heißt daher der ordentliche, währenddies beim außerordentlichen nicht der Fall ist. Beide sind polari-siert, und zwar so, daß ihre Schwingungsebenen senkrecht zueinandersind; kurz ausgedrückt, sie sind zueinander senkrecht (polarisiert. Alledoppelbrechenden Kristalle haben nun eine oder zwei Symmetrie-achsen; in den senkrecht durch diese gelegten Ebenen sind die physi-kalischen Eigenschaften (also auch die Fortpflanzungsgeschwindigkeitdes Lichtes) gleich, dagegen verschieden von denjenigen in der Rich-tung der Achsen selbst. Wenn sich also Licht in der Richtung dieserAchsen fortpflanzt, werden sich die Ätherschwingungen des ordent-lichen und außerordentlichen Strahles, die ja in dazu senkrechtenEbenen (und senkrecht zueinander) erfolgen, nach dem eben Gesagtengleich schnell fortpflanzen; mit anderen Worten, es tritt dann keineDoppelbrechung ein. Diese Richtungen, auch optische (Haupt-)Achsen genannt, fallen bei den optisch einachsigen Systemen, zudenen das quadratische und hexagonale gehört, mit der kristallo-graphischen Hauptachse zusammen oder sind ihr parallel; bei den op-tisch zweiachsigen dagegen, wo die Verhältnisse überhaupt viel kom-plizierter sind, ist dies nicht der Fall. Jede Ebene, die durch einenKristall so gelegt ist, daß die optische Achse in sie fällt, sowie jededazu parallele Ebene heißt Hauptschnitt. Zu den optisch einachsigenKristallen gehört z. B. der Kalkspat, wegen seiner Doppelbrechungauch isländischer Doppelspat genannt; er kristallisiert in Rhomboedern.Bei seiner Grundform sind zwei gegenüberliegende Ecken (a und cFig. 116) vor den anderen dadurch ausge-zeichnet, daß alle drei hier zusammen-stoßende Winkel stumpfe sind. Verbindetman diese Ecken, so erhält man die kri-stallographische Hauptachse ac, die zu-gleich optische Achse ist; abcd ist einHauptschnitt. Während also in der Rich-tung der optischen Achse keine Doppel-brechung eintritt, muß dies in allen anderenRichtungen der Fall sein, weil eben dann die beiden Komponenten, indie das Licht zerlegt wird, ungleiche Geschwindigkeit besitzen. Hatder ordentliche Strahl eine kleinere Geschwindigkeit als der außer-ordentliche, wird er also stärker gebrochen, so heißt der betreffendeKristall optisch negativ, im anderen Falle positir.