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Optik.
gegenseitig aufheben, so daß das dritte Teilbündel allein zur Geltungkommt; auf dem Schirm entsteht also wieder Helligkeit, wenn auchgeringere als in C, weil ja nur % der Strahlen wirksam ist. So ergibtsich ganz allgemein, daß auf dem Schirm helle bzw. dunkle Stellenentstehen müssen, je nachdem der Gangunterschied der dort ankom-menden Randstrahlen eine ungerade bzw. gerade Anzahl von halbenWellenlängen beträgt. Besonders schöne Beugungserscheinungen er-hält man durch zahlreiche eng nebeneinander liegenden Spalten, sog.Gitter. Eine Art derselben wird z. B. dadurch hergestellt, daß manmit einem Diamanten ferne parallele Striche in Glas einritzt (300bis 1700 auf 1 mm); hier wirken die geritzten, matt gewordenen Stellenwie undurchsichtige Schirme, und die Stellen zwischen zwei Strichenentsprechen einem Spalt. Die entstehenden Interferenzstreifen sindum so breiter und deutlicher, je größer die Wellenlänge der betreffen-den Strahlen und je schmaler der Spalt ist. Verwendet man weißesLicht anstelle des einfarbigen, so entstehen, entsprechend dem im§ 138 Gesagten, auch bei der Interferenz durch Beugung farbigeStreifen (abgesehen von der weißbleibenden Mitte). Man erhält mitanderen Worten sog. Beugungs- oder Gitterspektren. Dieseunterscheiden sich von den durch Prismen erzeugten (Dispersions-)Spektren dadurch, daß hier die Ablenkung der einzelnen Lichtstrahlenunabhängig von der Substanz und genau proportional der Wellenlängeist (Blau wird z. B. am schwächsten abgelenkt). Man bezeichnet siedaher auch als Normalspektren und benutzt sie zur bequemenund genauen Messung der Wellenlänge von Lichtstrahlen.
Weitere Beugungsersoheinungeif sind z. B. das Schillern von Spinnfäden,das Erscheinen farbiger Ringe um Flammen, die man durch angelaufene Fenster-scheiben betrachtet, die sog. Hofe der Sonne und des Mondes usw. Eine wichtigeRolle spielen Beugungserscheinungen auch bei der
Bildentstehung im Mikroskop. Da ein mikroskopisches Objekt nichtselbstleuchtend ist, sondern erst mittels durchfallenden Lichts sichtbargemacht wird, und da in ihm zahlreiche enge lichtdurchlässige Stellen mitlichtundurchlässigen abwechseln, so Wirkt es optisch wie eine Vielheit vonneben- und übereinander liegenden komplizierten Gittern. Außerdem findetauch eine Beugung im Objektiv statt, die um so mehr ausgesprochen ist, je kleinersein Durchmesser, also je stärker die Vergrößerung ist. Auf diesen Beugungs-erscheinungen beruht es, daß das Bild eines Objektpunktes nicht, ebenfallspunktförmig, sondern scheibenförmig verbreitert erscheint. Infolgedessenkönnen zwei Punkte des Objekts, die so nahe aneinander liegen, daß ihrescheibchenförmigen Bilder sich teilweise decken, nicht getrennt erkannt werden,mag man auch noch so scharfe Vergrößerungen anwenden. Das Auflösungs-vermögen eines Mikroskops hat also eine bestimmte Grenze, die nach ABBEund HELMHOLTZ dann erreicht ist, wenn der Abstand zweier Punkte im Objektca. 1 Wellenlänge (bei schiefer Beleuchtung ca. % Wellenlänge) des angewandtenLichtes beträgt. Man kann nun das Auflösungsvermögen einmal dadurchsteigern, daß man sehr kurzwelliges Licht (blaues, violettes, ultraviolettes;