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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Optik.

eine gerade Zahl von halben Wellenlängen differieren; Dunkelheitdagegen dort, wo die Differenz dieser Abstände eine ungerade Zahlvon halben Wellenlängen beträgt. Bei Anwendung von rotem Lichtsind die dunklen Streifen weiter voneinander entfernt als beimvioletten Licht. Da nämlich die Wellenlänge des ersterengrößer ist, entsteht auch die zur Auslöschung nötige Phasendifferenzvon 1/2 Wellenlänge erst nach einer längeren Strecke. Aus demAbstände der Interferenzstreifen lassen sich die Wellenlängenfür die einzelnen Farben berechnen. Bei der Anwendung von weißemLichte, das ja alle Strahlen in sich vereint, erhält man in N wieder eineweiße Stelle, da ja dort keine Phasendifferenz besteht. Seitlich davonwerden zuerst die violetten Strahlen durch Interferenz ausgelöscht,dann allmählich die anderen, entsprechend ihrer Wellenlänge. Die anden betreffenden Stellen übrigbleibenden Strahlen ergeben danndurch Mischung die sogenannte Interferenzfarben.

§ 139. Andere Interferenzerscheinungen. Auf Interferenz beruhenviele prächtige Farbenerscheinungen, z. B. die Farben dünnerBlättchen. Hier wird nämlich das Licht so-wohl an der vorderen, wie an der hinterenFläche reflektiert und kommt dann zur Inter-ferenz. Der ins Auge gelangende Strahl BC(Fig. 109) setzt sich also zusammen aus demin B reflektierten Strahl AB und aus dem inF reflektierten Strahl DE. Diese beiden zurInterferenz kommenden Anteile haben nun einenGangunterschied, der dadurch bedingt ist, daß der an der Hinterflächereflektierte Strahl einen längeren Weg (hier EFB) zurücklegt; außerdementsteht aber noch durch Reflexion am dichteren Medium ein (einmaliger)Gangunterschied von V 2 Wellenlänge [vgl. § 63]. Je nach der Dickedes Blättchens und der Richtung der Strahlen wird nun eine bestimmtePhasendifferenz eintreten; in homogenem Lichte wird es daher helloder dunkel, in weißem in einer bestimmten Farbe erscheinen. Beidurchgehendem lichte treten analoge Erscheinungen auf; doch istHell und Dunkel vertauscht, und bei weißem Lichte erscheinen dieKomplementärfarben. Ändert sich die Dicke des Blättchens bzw.der für die Interferenz in Betracht kommenden Schicht, so tritt auchein Wechsel in der Helligkeit und Dunkelheit bzw. in den Farben ein.Dies ist z. B. der Fall bei Seifenblasen und bei dünnen Olschichtenauf Wasser. Hierher gehören auch die sog. Newton sehen Ringe.Diese entstellen, wenn auf eine ebene Glasplatte eine schwach ge-krümmte Konvexlinse gedrückt wird; dann stellt die Luft zwischenbeiden eine dünne Schicht vor, deren Dicke gleichmäßig zunimmt.Es bilden sich daher in homogenem Lichte helle und dunkle Ringe,