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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Interferenz und Polarisation.

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dieser Zustand nur während der Bestrahlung an, so heißt er Fluores-zenz 1 , während das Nachleuchten Phosphoreszenz genannt wird.Ein phosphoreszierender Körper ist z. B. der Diamant [vgl. § 107].Daß es sich um eine Absorptionserscheimmg hierbei handelt, gehtdaraus hervor, daß die Strahlen, die von einem fluoreszierenden Körperausgehen, nicht wieder Fluoreszenz erregen können. Die wirksamenStrahlen sind hier die mit großer Schwingungszahl, welche dadurch,daß sie ihre Bewegung teilweise an materielle Moleküle abgeben, eineVerminderung ihrer kinetischen Energie erfahren und dadurch inStrahlen von größerer Wellenlänge, aber kleinerer Schwingungszahlübergehen. Fluoreszierende Körper sind demnach ein Mittel, diesonst unsichtbaren ultravioletten Strahlen (auch Röntgen- und Ra-diumstrahlen) sichtbar zu machen.

E. Interferenz und Polarisation.

§ 138. Fresnels Spiegelversuch. Eine Hauptstütze der Wellen-theorie des Lichtes ist die Tatsache, daß unter Umständen Lichtzu Licht gefügt Dunkelheit ergibt. Dies zeigt sehr schön der berühmteSpiegel versuch von Fresnel.

Fallen von der Licht quelle L (Fig. 110) Strahlen auf die unter sehr stumpfemWinkel zusammenstoßenden Spiegel AB und BC, so scheinen die reflektiertenStrahlen von den Bildpunkten M und M' zu kommen. Die davon ausgehendenLichtkegel OMP und O'M'P' haben nun das Stück O'BP gemeinsam, undin diesem entstehen bei Anwendung einfarbigen Lichtes 2 abwechselnd dunkleund helle Streifen, die auf einem Schirme aufgefangen oder direkt mittels einerLupe betrachtet werden können.

Diese dunklen Streifen sindder Ausdruck dafür, daß da-selbst Wellen mit entgegenge-setztenPhasen zusammentreffen,also sich schwächen bzw. auf-heben [§ 64]. Da N, die Mittevon O'P, von M und M'gleichweit entfernt ist, mußdort Helligkeit herrschen,weil hier die Wellen gleichePhasen haben, also sich verstär-ken. Ebenso muß Helligkeit anallen den Punkten sein, derenAbstände von M und M' um

M.M'-

1 Weil zuerst beim Fluorkalzium (Flußspat) entdeckt. s Zum Zu-standekommen der Interferenzerscheinungen müssen beide Wellensystemegleichartig sein, was nur der Fall ist, wenn sie von einer Lichtquelle ausgehen.