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Optik.
Ätherstrahlungen Wärme-, Licht- bzw. chemische Wirkung.Der sichtbare Teil des Spektrums besitzt alle diese Wirkungen., derultrarote Teil nur Wärmewirkungen („dunkle" Wärme 1 ), der ultra-violette Teil hauptsächlich chemische Wirkungen.
Die ultraroten Strahlen weist man mittelst einer Thermosäulenach [§ 184]; zu ihrer Darstellung benutzt man Steinsalzprismen, daGlas zu viel dunkle Wärme absorbiert [§ 105]. Die ultraviolettenStrahlen weist man durch ihre Fluoreszenzwirkung nach [§ 137]; hierzubenutzt man Quarzprismen, da Glas ultraviolettes Licht absorbiert.
§ 136. Chemische Strahlenwirkungen. In manchen Körpern vei -Ursachen die absorbierten Strahlen chemische Umsetzungen. Mannennt solche chemisch wirksamen Strahlen auch aktinische 2 Strah-len und spricht von photochemischen Wirkungen. Besondersgilt dies von' den kurzwelligen Lichtstrahlen und noch mehr von denultravioletten Strahlen. So bewirkt z. B. Sonnenlicht die Umwand-lung des giftigen gelben Phosphors in den unschädlichen roten, dieVereinigung von Wasserstoff und Chlor zu Salzsäure, den Aufbaukomplizierter chemischer Verbindungen in Pflanzen, die Zersetzungvon Wasserstoffsuperoxyd (H 2 0 2 ) in H und 0 usw. Hierher gehörtauch die Photographie.
Die ersten Lichtbilder waren die sog. Daguerreotypien 3 . Hier wirktedas Licht auf Jodsilberplatten; die vom Licht getroffenen Stellen bekamendie Fähigkeit, Quecksilberdämpfe zu kondensieren. Um das so entstandeneBild zu „fixieren", d. h. weitere Umsetzungen der lichtempfindlichen Plattezu verhüten, wurde das überschüssige .Todsilber mit unterschwefligsauremNatron abgespült.— Bei der modernen Photographie wird im wesentlicheneine mit Halogfensilber überzogene Glasplatte kurze Zeit exponiert. DurchBehandlung mit reduzierenden Substanzen (sog. „Entwicklern") entsteht afil^den belichteten Stellen schwarzes metallisches Silber. Nach dem Fixieren erhältman somit ein negatives/Bild, d. h. die hellen Stellen des Gegenstandes sinddunkel und umgekehrt. Drückt man dies Negativ auf lichtempfindliches Papierund setzt dieses dem Tageslicht aus, so bleiben die den dunklen Stellen des ,.Negativs entsprechenden Partien hell, die den hellen des Negativs entsprechen-den werden dunkel; es entsteht somit jetzt ein positives Bild.
§ 137. Fluoreszenz und Phosphoreszenz. Auf der Absorptiongewisser Strahlen beruht auch die Eigenschaft mancher Substanzen(z. B. Flußspat, Chininsulfat, Baryumplatincyanür usw.), unter demEinflüsse intensiver Bestrahlung selbstleuchtend zu werden und dannStrahlen auszusenden, deren Farbe sowohl von derjenigen der Licht-quelle, wie von der gewöhnlichen Farbe des Körpers abweicht. Hält
1 Die dunklen Wärmestrahlen sind nur ein Teil der „kalorischen" Strah -len, womit eben alle Strahlen bezeichnet werden, die Wärmewirkung zeigen.— 2 Von dxrlg Strahl, also eine Tautologie. — 3 Nach dem frz. Maler DAGUERRE(1789—1851), der sie 1838 erfand.