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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Brechung des Lichtes.

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Strahlen, die weiter von der Achse entfernt sind, sogenannte Rand-strahlen, werden stärker gebrochen, vereinigen sich also eher.Es existiert dann kein Brennpunkt, sondern eine Brennlinie bzw.Brennfläche oder Brennraum. Dadurch werden natürlich dieBilder verschwommen. Zur Vermeidung dieses Übelstandes, der so-genannten sphärischen Aberration, gebraucht man Blenden.Auch die Iris des Auges ist eine solche Blende. Ferner kann man durchgeeignete Kombination mehrerer Linsen ein sogenanntes aplana-tisches System herstellen, welches von diesem Fehler frei ist.

§ 124. Kardinalpunkte. Liegen mehrere brechende Medien hinter-einander, so daß sie die Achse gemeinsam haben, so spricht man voneinem zentrierten System. Ein solches bilden z. B. die brechendenSchichten des Auges. Gerade bei diesem kommt es nun nicht so sehrdarauf an, den Gang der Strahlen durch die einzelnen Schichten zuverfolgen, sondern ihre Richtung im letzten Medium (hier der Glas-körper) zu kennen. Wie Gauss zeigte, ist nun die Lage der Bilder insolchen zentrierten Systemen durch 3 Paar Kardinalpunkte resp.die durch sie senkrecht zur Achse gelegten Ebenen bestimmt. Diesedurch Rechnnng zu findenden Punkte sind:

1) 2 Brennpunkte (Fig. 99, F u. F'). Strahlen, die im erstenMedium parallel der Achse verlaufen, gehen im letzten durch den(zweiten) Brennpunkt und umgekehrt.

2) 2 Hauptpunkte (H u. H'). Ein Strahl, der vor der Brechungin irgendeiner Richtung durch den ersten Hauptpunkt geht, gehtnach der Brechung parallel verschoben durch den zweiten. In dendurch sie senkrecht zur Achse gelegten Hauptebenen (hh und h'h')entsprechen daher Bildern der ersten gleichgroße und gleichgerichtetein der zweiten.

3) 2 Knotenpunkte (K u. K'). Jeder Strahl, der ohne Brechungdurch den ersten gehen würde, geht nach der Brechung parallel mitsich verschoben durch den zweiten.

Um z. B. das Bild von ab zu finden, zieht man von b aus den Biehtungs-strahl bK und zur Achse parallel bl. Verschiebt man beide Strahlen mit sich

h h'

Fig. 99.