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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Optik.

Fig. 91

hältnis ihres Abstandes von der Linse bedingt. Ist der Gegenstandim Brennpunkte, so rückt das Bild in unendliche Entfernung. Inallen diesen Fällen entsteht ein reelles, umgekehrtes Bild. Liegtnun aber der Gegenstand innerhalb der Brennweite, so ent-steht auf derselben Seite der Linseein aufrechtes, vergrößertesBild, das natürlich virtuell(Fig. 97 A'B') und von der Linseweiter entfernt ist als der Gegen-stand, aber um so kleiner wird, jenäher der Gegenstand an die Linseheranrückt. Darauf gründet sichdie Anwendung der Lupen, dievergrößerte Bilder in der Weitedes deutlichen Sehens erzeugen.Denn die Vergrößerung von Objekten durch Annäherung an das Augefindet ihre Grenze dadurch, daß innerhalb des sogenannten Nah-punktes nicht scharf gesehen werden kann.

Da weitsichtige (hypermetropische) Augen einen kürzeren Längendurch-messer haben als normale, so müssen die durch die Linse des Auges entworfenenBilder hinter die Netzhaut fallen. Gegenstände werden aber nur dann deutlichgesehen, wenn die von ihnen ausgehenden Strahlen sich genau in der Netzhautschneiden. Es sind hier daher solche Brillen nötig, welche die Strahlen eherzur Vereinigung zwingen, d. h. Konvexgläser.

§ 122. Konkavlinsen. Für Konkavlinsen gelten analoge Regelnwie für Konvexspiegel; sie erzeugen also virtuelle Bilder, die hiernatürlich auf derselben Seite liegen wie der Gegenstand. Um z. B.das Bild des Punktes B (Fig. 98) zu finden, zieht man wieder den

Strahl BO, der ungebrochen durchdie Linse geht, und den achsen-parallelen Strahl BN, der so ge-brochen wird, als wenn er vom ima-ginären Brennpunkte F käme. Wiedie Figm zeigt, sind die entstehendenBilder aufrecht und verkleinert. DerAbstand des Punktes F von der Linseheißt hier Zerstreuungsweite.

Bei kurzsichtigen(myopischen) Augen,deren Längsachse größer als normal ist,fallen die durch die Linse des Auges ent-worfenen Bilder vor die Netzhaut. Man wendet daher hier Konkavgläser an,um die Konvergenz der Strahlen zu verringern, so daß sie sich eben erst inder Netzhaut schneiden.

§ 123. Sphärische Aberration. Die angeführten Gesetze für Linsenund Spiegel gelten nur für nahe der Achse einfallende Strahlen.

Kg. 98.