Fortpflanzung der Wärme.
äußere, wenn dabei die Bewegung auf einen anderen Körper über-geht. Gute Wärmeleiter sind besonders die Metalle, unter denen wiederSilber die eiste Stelle einnimmt. Es ist bemerkenswert, daß der Lei-tungstätigkeit für Wärme im allgemeinen die für Elektrizität pro-portional ist. Auf der guten Leitungsfähigkeit der Metalle beruht z. B.die DAVYSche Sicherheitslampe, eine einfache Öllampe, die voneinem feinmaschigen Drahtnetz umgeben ist. Dieses entzieht denFlammengasen bei ihrem Hindurchtreten so viel Wärme, daß sieunter ihre Entzündungstemperatur abgekühlt werden; dadurch werdenExplosionen vermieden, selbst wenn in der Umgebung Grubengase(„schlagende Wetter") sind. Interessant sind die Verhältnisse beiden Kristallen, deren Leitungsfähigkeit in den verschiedenen Achsenverschieden ist. Im Gegensatz zu den festen Körpern leiten flüssigeund namentlich gasförmige (mit Ausnahme des auch sonst den Metallennahe stehenden Wasserstoffes) die Wärme schlecht. So beruht z. B.die kälteschützende Wirkung der Kleider, Doppelfenster und mancheranderer schlechter Wärmeleiter (Wolle, Sägespäne, Asche usw.) aufder darin befindlichen unbewegten Luft. Der beste Wärmeisolatorist aber der luftleere Raum; man versieht daher z. B. Glasgefäße mitdoppelten Wandungen, zwischen denen ein luftleerer Raum hergestelltwird. Diese sog. Vakuummantelgefäße, wozu auch die viel be-nutzten „Thermosflaschen" gehören, werden dadurch noch brauch-barer, daß die innere Wand des Zwischenraumes mit einem Silber-oder Quecksilberspiegel versehen wird, wodurch auch die unsicht-baren Wärmestrahlen abgehalten werden (DEWARsche Flaschen).
§ 104. Wärmeströmung. In flüssigen und luftförmigen Körpern,die, wie erwähnt, ein schlechtes Wärmeleitungsvermögen besitzen,erfolgt die Fortpflanzung der Wärme hauptsächlich durch Massen-verschiebung. Man spricht hier von Wärmeströmung oder Wärme-konvektipn 1 . Es geraten nämlich die erwärmten Teilchen infolgeihres veränderten spezifischen Gewichtes in Bewegung und gebendie mitgeführte Wärme an andere Teilchen ab. So werden beim Kochendes Wassers die untersten Schichten zuerst erwärmt, steigen alsspezifisch leichtere Teilchen auf und werden durch andere Teilchenersetzt, bei denen sich der Vorgang wiederholt [vgl. §§ 84, 86]. AufKonvektion beruht auch die Zentralheizung mit Wasser, Luftbzw. Wasserdampf.
§ 105. Wärmestrahlung. Die dritte Art der WÜrmefortpflanzunggeschieht durch Strahlung. Man hat sich vorzustellen, daß durchdie Bewegung der Körpermoleküle, auf der ja die Wärme beruht,auch die zwischen ihnen befindlichen iÄthermoleküle^ in Schwingungen
1 convectio, das Zusammenfahren, Fortschleppen.
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