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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Wärmelehre.

geraten und diese dem angrenzenden Äther mitteilen, der sie in Formvon transversalen Wellen (20400 Billionen in 1 Sekunde bei dunklenWärmestrahlen) zu anderen Körpern fortleitet, wo sie wieder in Be-wegung materieller Teilchen umgewandelt werden. Dies geht u. a.daraus hervor, daß die strahlende Wärme auch durch den sog. leerenRaum geht, in dem ja keine Wärmeleitung stattfindet, und daß dieSchicht zwischen Wärmequelle und erwärmtem Körper ganz kalt seinkann. So ist z. B. auf hohen Bergen die Temperatur des Bodens be-deutend höher als die der Luft. Die Wärmestrahlen unterscheidensich von den Lichtstrahlen durch ihre größere Wellenlänge; sie ent-sprechen hauptsächlich dem ultraroten Teile des Spektrums. [§ 135].Zum Studium der Wärmestrahlen benutzt man u. a. den Leslie-schen Würfel, d. i. ein hohler, mit heißem Wasser usw. gefüllterBlechwürfel, dessen eine Seite mit Ruß geschwärzt, die zweite weißangestrichen, die dritte blank poliert, die vierte rauh gemacht ist.

Die Fähigkeit, Wärme auszustrahlen (Emissionsvermögen),ist im allgemeinen um so größer, je größer die Temperaturdifferenzzwischen Körper und Umgebung und je^ ra.uljex_.die Oberfläche ist;auch die Natur der Körper ist von Einfluß. Wenn Wärmestrahlenauf einen Körper fallen, so werden sie entweder zurückgeworfen(reflektiert), oder sie dringen in ihn ein. In letzterem Falle werdensie entweder verschluckt (absorbiert), oder sie gehen unverändertdurch. Gewöhnlich findet alles dieses zusammen statt, jedoch einsvornehmlich. Je nachdem Körper Wärmestrahlen ungehindert hin-durchlassen oder aber sie absorbieren, wobei sie selbst erwärmt werden,heißen sie diatherman 1 (wärmedurchlässig), oder atherman(wärmeundurchlässig). Trotz der nahen Verwandtschaft zwischenLicht und Wärme, sind nun keineswegs alle durchsichtigen Körperauch in hohem Grade diatherman und umgekehrt. Am meisten dia-therman ist Steinsalz, sehr wenig z. B. Alaun und Wasser. Fernerist z. B. die Diathermanität des durchsichtigen Bergkristalls gleichder des wenig durchsichtigen Rauchtopases. Wie man nun Licht inverschiedene Farben zerlegen kann, die durch Körper in verschiedenemMaße gehen, so kann auch Wärme durch ein Steinsalzprisma in Strahlenvon verschiedener Wellenlänge zerlegt werden. Wie nun durchsichtigefarbige Körper nur gewisse Lichtstrahlen durchlassen, ist auch dieDurchlässigkeit mancher Körper für die verschiedenen Arten vonWärmestrahlen verschieden. Man nerint diese Eigenschaft Wärme-färbung oder Thermochroso-. Kirchhoff zeigte, daß ein Körperdie Strahlen am stärksten absorbiert, die er selbst am stärkstenaussendet, wenn er wärmer ist als seine Umgebung. Hierauf soll bei

1 Std durch, d'e^f.iri Wärme.

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Farbe.