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Wärmelehre.
so sehr vergrößert, daß schließlich aller Äther verdampft, so wirdder Raum ungesättigt, oder, wie man gewöhnlich sagt, der Äther-dampf in jenem Raum ist ungesättigt. Charakteristisch für denungesättigten Dampf ist also, daß er nicht mehr mit seiner Mutter-flüssigkeit in Verbindung ist, die gewissermaßen das Magazin dar-stellt, aus dem das Sättigungsbedürfnis bei Volumschwankungen be-friedigt werden kann. Man kann nun auch ungesättigten Dampfdadurch erhalten, daß man gesättigten so lange erhitzt bis alle Flüssig-keit verdampft ist. Aus diesem Entstehungsmodus ist der Name über-hitzter Dampf, der identisch mit ungesättigtem Dampfe ist, ver-ständlich. Umgekehrt kann man aus ungesättigtem Dampfe auchauf zwei Wegen gesättigten herstellen, nämlich durch Druck und durchAbkühlung. Ein ungesättigter oder überhitzter Dampf verhält sichwie ein vollkommenes Gas, gehorcht also den Gesetzen von Boyle-Mariotte und Gay-Lussac [§ 82]. Gase kann man daher auch de-finieren als stark überhitzte Dämpfe. Der Druck eines ungesättigtenDampfes ist geringer als der eines gesättigten von gleicher Tempera-tur. —
Für Gasgemenge gilt das DALTONsche Gesetz, daß der Ge-samtdruck gleich der Summe der Partialdrucke [S. 50] ist. Letzteresind unabhängig von dem Vorhandensein anderer Gase oder Dämpfe.Ein lufterfüllter Raum nimmt z. B. die gleichen Mengen Wasserdampfauf wie ein luftleerer; allerdings dauert es länger. Der Druck ent-spricht dann dem Druck der Luft vermehrt um den Druck des Wasser-dampfes.
§ 94. Dampfdichte. Unter Dampfdichte (oder spezifischemGewicht eines Dampfes) versteht man gewöhnlich das Verhältniszwischen dem Gewicht eines Volumens Dampfes und dem Gewichteines gleichgroßen Volumens atmosphärischer Luft bei demselbenDrucke und derselben Temperatur.
1 com Luft wiegt bei 0° und einem Barometei druck von 760 mm Queck-
0 001293silber 0,001293 Gramm, bei einem Druck von 1 mm Quecksilber
760
bei
einem Druck von b mm
0,001293-&760
Gramm. Bei i° dehnt sich das Volumen
0,001 293 b
von 1 ccm auf (1 -f- at) com aus [§ 82], folglich wiegt jetzt 1 ccm
und v ccm
0,001 293- b- v
Gramm.
760 (1 + at)Bezeichnet man dies Gewicht des Luft-
760(1 + at)
volumens mit p' und das eines gleichen Dampfvolumens mit p, so ist die Dampf-dichte
JL _ P-760 (1 +at)~~ p 7 ' ~ 0,001293-6-r;'
Es handelt sich also darum, die Größen t, b, v und p zu bestimmen, p, das Ge-wicht des Dampfes, ift identisch mit dem Gewicht der Substanz, durch derenVerdampfung der Dampf entsteht.