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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Wärmelehre.

Diejenige Gefrierpunktserniedrigung nun, die 1 Gramm Substanz in100 Gramm Lösungsmittel bewirkt, heißt nach Raoult reduzierteoder spezifische Gefrierpunktserniedrigung.

Bedingen c Gramm. Substanz in 100 Gramm Lösungsmittel gelöst eineGefrierpunktserniedrigung d, so ist die reduzierte Gefrierpunktserniedrigung

Jt = —. Die reduzierten Gefrierpunktserniedrigungen, die zwei Substanzen

c

in einem und demselben Lösungsmittel unter sonst gleichen Verhältnissen be-dingen, sind umgekehrt proportional den Molekulargewichten beider Substanzen.t:t' = m':m. (ßAOULTsches Gesetz). Anders ausgedrückt: Das Produktaus Molekulargewicht (m) eines gelösten Stoffes und der reduzierten Gefrier-punktserniedrigung (t) ist eine nur von der Natur des Lösungsmittels, nichtder gelösten Substanz, abhängige Konstante (Je) und dient daher zur Bestim-mung des Molekulargewichts. Letzteres ergibt sich ja ohne weiteres ausder Formel mt = m'f = 7c, wenn eben t bzw. t' und k bekannt sind. Den Wert von

Jt erhält man aus----(s. o.); k kann für jedes Lösungsmittel durch Auflösen einer

Substanz von bekanntem Molekulargewicht gefunden werden: Für Wasserist z. B. h = 18,5, für Benzol 49.

Durch die Gefrierpunktserniedrigung -d kann man aber auch die Anzahlder gelösten Moleküle, d. h. die molekulare Konzentration einer Lösungbestimmen. Da nämlich das Gewicht einer Substanz gleich dem Produkt ausder Anzahl ihrer Moleküle und dem Molekulargewicht ist, folgt daraus, daßdie Zahl ihrer Moleküle dem Quotienten aus dem Gewicht der Masse und dem

Molekulargewicht,----, entspricht. —

m m

ist also hier die Zahl der gelösten Mole-

küle in 100 Gramm Lösungsmittel.

m^f

ersibt sich

cm

J

— —. Da k eine Konstante istk

Aus den obigen Formeln mt =

(s. o.), folgt anderseits, daß Lö

sungen gleicher molekularer Konzentration („äquimolekulare TntÄfimMSfip" vauch dieselbe Gefrierpunktserniedrigung haben müssen, was auchdurch Versuche bestätigt ist. Aus der molekularen Konzentration einer Lösungkann man wieder ihren osmotischen Druck berechnen [§ 44].

Die Lehre von den Gesetzen der Gefrierpunktserniedrigung, auch Kryo-skopie 1 genannt, findet u. a. auch in der Medizin Anwendung.

§ 90. Sieden. Der Übergang eines (in der Regel flüssigen) Körpersin den dampf- (gas-, luft-) förmigen Zustand wird mit dem allgemeinenAusdruck Verdampfung bezeichnet. Hierbei kann es sich um zweiganz verschiedene Vorgänge handeln, um Sieden und Verdunsten.

Unter Sieden versteht man die bei einem bestimmten Tem-peraturpunkt (Siedepunkt) erfolgende schnelle Verdampfung einerFlüssigkeit, wobei die Dampfbildung in der Regel auch im Innernder Flüssigkeit vor sich geht. Voraussetzung für letzteres ist das Vor-handensein von (zunächst unsichtbaren) L uft- b zw. „Gasbläsch en inder Flüssigkeit, in welche hinein die Verdampfung erfolgt, so daß siesich vergrößern und aufsteigen, wodurch der molekulare Zusammen-hang gelockert wird und das sog. Kochen entsteht.

xgilog Kälte, axoTtect beobachten.