Änderung des Aggregatzustandes.
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Kompression (wie auch durch Abkühlung) werden die Körpermole-küle genähert. Hieraus folgt, daß äußerer Druck den Übergang vomfesten in den flüssigen (und analog auch vom flüssigen in den gas-förmigen) Zustand erschweren muß, weil er ja der Ausdehnung derMoleküle entgegenwirkt. Mit anderen Worten, es wird jetzt mehrWärmezufuhr nötig sein, um den für den flüssigen Zustand charak-teristischen Abstand der Moleküle zu erzielen; das Schmelzen erfolgtjetzt bei höherer Temperatur. Anderseits muß natürlich Druck dasErstarren von Flüssigkeiten (und analog auch die Verflüssigung gas-förmiger Körper) begünstigen.
Eine Ausnahme hiervon bilden die wenigen Körper, die in flüs-sigem Zustande ein kleineres Volumen besitzen als im festen. Hierzugehört vor allem Wasser [§ 84], ferner Wismut, Antimon usw. WennWasser sich in Eis verwandelt, dehnt es sich dabei aus, und zwarmit einer enormen Gewalt. Umgekehrt zieht sich Eis beim Schmelzenzusammen, ein Prozeß, der offenbar durch Druck begünstigt werdenmuß, daher erniedrigt Druck den Schmelzpunkt des Eises. So kannman Eis unter hohem Druck beliebig formen (sog. Plastizität desEises). Ferner beruht das Fließen der Gletscher darauf. Die Eis-massen der Gletscher erfahren in engen Schluchten einen solchenDruck, daß trotz der großen Kälte eine Schmelzung stattfindet undder Gletscher fließt . Kommt er in breitere Bahnen, so gefrieren dieEismassen wieder (Regelation).
§ 89. Gefrierpunktserniedrigung. Zur Überführung eines festenKörpers in den flüssigen Zustand ist, wie gezeigt wurde, Arbeit nötig.Diese kann von außen durch Zufuhr von Wärme geleistet werden.Ein fester Körper kann sich aber auch spontan in einer Flüssigkeitauflösen, dann entzieht er die dazu nötige Wärme („LÖsungs-wärme") seiner Umgebung; es entsteht somit Abkühlung, Daraufberuhen u. a. die Kältemischungen. Bringt man z. B. gleicheTeile fein gestoßenes Eis und Kochsalz zusammen, so verändern beideihren Aggregat zustand , es entsteht eine Flüssigkeit von geringererTemperatur ;^^20°)./ Andere Kältemischungen sind z. B. Eis undSchwefelsäure (— 50°), feste Kohlensäure und Äther (— 80°.) Beimanchen Lösungen findet allerdings eine Temperaturerhöhung statt;dann handelt es sich aber um chemische Verbindungen, z. B. beimAuflösen von Natrium in Wasser.
Ebenso wie Legierungen einen niedrigeren Schmelzpunkt haben.[§ 87], ist auch der Gefrierpunkt einer Lösung erniedrigt.Meerwasser gefriert z. B. bei — 2°. Die Gefrierpunkts- (bzw. Schmelz-punkts-) Erniedrigung (gewöhnlich mit J bezeichnet und mittelsdes Beckmann sehen Apparates leicht zu finden) ist nun erfahrungs-gemäß für eine bestimmte Lösung proportional ihrer Konzentration.