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Mechanik
Teilchen verschiedener Körper. Hierauf beruht z. B. das Leimen,das Schreiben mit Tinte, Kreide usw., sowie die Benetzung eines Kör-pers durch eine Flüssigkeit. Letztere findet aber nur statt, wenn dieAdhäsion größer ist als die Kohäsion der Flüssigkeit (z. B. beim Ein-tauchen eines Fingers in Wasser); andernfalls bleibt sie aus (z. B. beimEintauchen des Fingers in Quecksilber).
Durch das Verhältnis zwischen Kohäsion und Adhäsion (undSchwerkraft) wird auch die Oberfläche von Flüssigkeiten ander Wand ihrer Behälter bestimmt. Überwiegt die Adhäsion, d. h.hier die Anziehung zwischen Gefäßwand und Flüssigkeit, so steigtdie Flüssigkeit etwas am Rande empor (z. B. bei Wasser in Glasbe-hälter); überwiegt die Kohäsion, so steht die Flüssigkeit am Randeetwas tiefer (z. B. bei Quecksilber in Glasbehälter). Der Randwinkel(d. i. der Winkel zwischen Gefäßwand und Flüssigkeit), der für zweigegebene Stoffe eine konstante Größe besitzt, ist im ersten Falle einspitzer, im zweiten ein stumpfer. In engen Röhren sind die erwähntenErscheinungen besonders deutlieh, da hier nicht nur der Randbezirk,sondern die gesamte Oberfläche konkav oder konvex gekrümmt ist,je nachdem die Adhäsion oder Kohäsion überwiegt. Eine solche ge-krümmte Oberfläche wird auch Meniskus 1 genannt [vgl. § 42].
§ 42. Oberflächenspannung und Kapillarität. Die obersten Schich-ten von Flüssigkeiten sind dichter als die übrigen. Sie bilden gewisser-maßen ein Häutchen. Da auf beruht es, daß manche Insekten aufdem Wasser laufen können, daß eine (eingefettete) Nadel auf Wasserschwimmt usw. Diese, auch Oberflächenspannung genannte,Erscheinung läßt sich so erklären: Während bei einem kugelförmigenTeilchen im Innern einer Flüssigkeit die anziehenden Kräfte sich vonallen Seiten das Gleichgewicht halten, werden an der Oberfläche dieanziehenden Kräfte in abc (Fig. 36) nicht kom-pensiert, sie weiden also de nach unten zu ziehensuchen. Aus Fig. 37 erhellt nun ohne weiteres,daß die Spannung bei konvexen Oberflächen (A)größer, bei konkaven (C) aber kleiner ist als beiebenen (J5). Das geht aus den betreffenden Größen
des Stückes abchervor, das ja durchseine Anziehung die
Oberflächenspan-nung hervorruft.Hierdurch findendie Erscheinungenin Kapillaren*
1 (iqvioxos Halbmond. — - capülus Haar; also Haarröhrchen, d h. sehrfeine Köhrchen.
Fig. 36.