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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Gesetze der flüssigen Körper.

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3) Das Skalenaräometer dient zur Bestimmung des spezifischen Ge-wichts von Flüssigkeiten. Es besteht (Fig. 34) aus einer geschlossenen, untenmit Quecksilber usw. beschwerten Glasröhre mit einer empirischenSkala, an der das spezifische Gewicht direkt abgelesen wird. Jegrößer nämlich das spezifische Gewicht einer Flüssigkeit ist, um soweniger tief wird das Aräometer einsinken. Auf diesem Prinzip be-ruhen u. a. die Urometer (für Urin). In der Technik benutzt manAräometer, deren Skala so geeicht ist, daß sie unmittelbar den vomspezifischen Gewicht abhängigen Gehalt der Flüssigkeit an einer be-stimmten Substanz, z. B. den Konzentrationsgrad von Salz- undAlkohollösungen angibt (Alkoholometer usw.).

4) Das Pyknometer 1 dient ebenfalls zur Bestimmung des spe-zifischen Gewichts von Flüssigkeiten. Es ist ein kleines Fläschchen,das man bis zu einer bestimmten Marke einmal mit Wasser unddann mit der betreffenden Flüssigkeit füllt und wiegt. Das Verhältnisder gefundenen Gewichte (von denen natürlich das Gewicht desFläschchens abgezogen werden muß) ergibt unmittelbar das spezi-fische Gewicht. Das Pyknometer ist aber auch für zerkleinerte festeSubstanzen, besonders solche in Pulverform, verwendbar. Wiegt Fig. 34.es nämlich mit Wasser gefüllt P, mit Wasser und der Substanz ge-füllt P', während letztere 67 wiegt, so ist das Gewicht des durch die Substanzverdrängten Wassers, somit auch das Volumen der Substanz, P -\- 0 — P'.

5) Auch durch kommunizierende Röhren läßt sich dasspezifische Gewicht von Flüssigkeiten finden. Bringt man in dieRöbren (Fig. 35) zwei verschiedene, miteinander nicht mischbare,Flüssigkeiten vom spezifischen Gewicht s 1 und. s 2 , so wirkt, auf ihreGrenzfläche q dann einerseits der Druck q-h--s 2 , anderseits (daunterhalb des Niveaus der Grenzfläche der in beiden Schenkelnvorhandene gleiche, aber entgegengesetzte Druck sich aufhebt) derDruck qh l -s l . Hierbei ist es gleichgültig, ob beide Röhren dieselbeWeite haben oder nicht [§ 37]. Gleichgewicht ist dann vorhanden,wenn q -Ä 1 -s 1 = q-h 2 -s 1 . Daraus folgt h 1 -s 1 = W- -s ! oder h':h i= s 2 :« 1 . Die (von der Grenzschicht an gerechneten) Höhen derFlüssigkeitssäulen verhalten sich also umgekehrt wie ihre spezifischenGewichte. Ist z. B. die eine Flüssigkeit Quecksilber, dessenspezifisches Gewicht. 13,6 ist, die andere Wasser, so wird die Wasser-säule 13,6mal höher sein als die Quecksilbersäule. Kennt man nundas spezifische Gewicht der einen Flüssigkeit, so läßt sich dasder anderen leicht berechnen.

§ 41. Kohäsion und Adhäsion. Zwischen den einzelnen Teilchender Flüssigkeiten (und festen Körper) findet eine Anziehung statt,die Kohäsion 2 genannt wird [vgl. § 11]. Darauf beruht es, daß kleineTropfen Kugelgestalt annehmen. Gewöhnlich wirkt dieser Kohäsiondie Schwerkraft entgegen [vgl. § 36]. Schaltet man aber dieselbeaus, so nehmen auch größere Flüssigkeitsmengen Kugelform an. Zuerstzeigte dies Plateau, indem er Öl vorsichtig in eine Flüssigkeit vongleichem spezifischem Gewicht (Gemisch von Alkohol und Wasser)brachte.

Unter Adhäsion 3 versteht man dagegen die Anziehung zwischen

Fig. 35.

1 nvxvös dicht.

2 cohaereo zusammenhangen. —■ * adhaereo anhaften.