Sabinen: Identifizierung und Konstitution
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Identifizierung des Sabinens. Zum Nachweis des Sabinens verfährtman wiederum am besten so, daß man das Sabinen zunächst durch frak-tionierte Destillation abscheidet und es alsdann über metallischem Natriumzu reinigen sucht. Es kommen besonders die zwischen 158—166° sieden-den Anteile der ätherischen Öle in Betracht. Nach genügend oft wieder-holter Fraktionierung werden die physikalischen Daten bestimmt; dasniedrige Volumgewicht (0,84) unterscheidet bei diesem Siedepunkt dasSabinen von allen anderen ähnlich siedenden Terpenen. Kämpfen undPinen, die ev. vorliegen können, haben ein höheres Volumgewicht (0,87bzw. 0,858). Hinzukommt, daß der Brechungsexponent des Sabinens eben-falls ziemlich niedrig ist. Zur Identifizierung auf chemischem Wege istzu bemerken, daß wir kein charakteristisches Halogen- bzw. Halogenwasser-stoffadditionsprodukt des Sabinens besitzen, auch ein besonderes Wasser-anlagerungsprodukt ist nicht bekannt. Salpetrige Säure und Nitrosylchloridaddieren sich wohl, aber auch mit diesen Reagentien konnten bisher keinetesten charakteristischen Derivate gewonnen werden.
Von allen Derivaten des Sabinens werden daher am besten die Oxy-dationsprodukte zur Identifizierung herangezogen. Das Sabinenglykol^ l0 H 18 O 2 vom Smp. 54°, seine Überführbarkeit in Dihydrocuminalkoholusw., ferner das Sabinenketon C n H..O, welches ein Semicarbazon vomomp. 135—137° liefert, schließlich die Oxydation des Sabinenketons mittelsalkalischer Bromlösung zur Tanacetondicarbonsäure vom Smp. 142—143°geben uns genügende Mittel an die Hand, die Anwesenheit des Sabinensmit aller Schärfe festzustellen.
Konstitution des Sabinens. Die Bruttoformel des Sabinens C 10 H ]6steht außer allem Zweifel, wie schon die Analyse des kristallisierten^abinenglykols ergibt. Die Frage, ob ein bicyklisches oder monocyklischesSystem im Sabinen vorliegt, wird durch die Molekularrefraktion zu-gunsten des ersteren entschieden. Aber auch das chemische Verhaltenläßt keinen Zweifel darüber, daß wir ein bicyklisches System vor unshaben, da sich durch Oxydation mit Kaliumpermanganat ein gesättigtesMolekül C 9 H 14 0 ergibt. Hieraus folgt aber gleichzeitig, daß Sabinen ein1 seudoterpen sein muß, daß also eine Methylengruppe mit doppelterßindung an den Kern gebunden ist.
Für die Natur des bicyklischen Systems haben wir in der Über-tührung dieses Sabinenketons in Tanacetondicarbonsäure einen weiterenAnhalt: es muß danach im Sabinenketon, wie auch im Sabinen selbst,derselbe Ring vorhanden sein, wie in der Tanacetondicarbonsäure; fürletztere können wir nach Sbmmlee und Kondakow folgende beidenFormeln in Betracht ziehen (vgl. Tanaceton):
GH
H.C
CH,
CO OH
HC<T ^CH 2
CHj-c-cn 3
H„a
COOH
OOOH
(Semmler)
COOH
(Kondakow)
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