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2 (1913)
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Sommerfeld:

Damit ist bewiesen,

1. dass das Abrin sich mit Gehirnzellen auch noch imBeagensglas verankert und die Zellen resp. Zelltrümmerzu grösseren, mit blossem Auge sichtbaren Klumpen um-wandelt, wie Lau dies zuerst unter Prof. Kobekt an-gegeben hat;

2. dass sich in den Gehirnzellen nicht etwa nur einToxin, sondern daneben auch noch oder richtigergleichzeitig auch noch das damit wohl identischeAgglutinin verankert hatte.

Versuch III vom 1. bis i. November 1912.

Gehirn eines entbluteten Kaninchens.

Der Zellbrei ist mit Kochsalz, welches zu 1 / 4 seines Volumens mit10 fach verdünntem Formaldehydum solutum versetzt war, 3 Tage aufgehoben.Vor dem Gebrauch wird das Formalingemisch abgehoben und durch 0.9 °/ 0 igeKochsalzlösung ersetzt.

Der Verlauf des Versuches ist genau wie beim vorigen und vorvorigen.

Ergebnis: Also ist Formalin in dieser Konzentration nichthinderlich; vielmehr lassen sich Gehirnzellen auch nachder Formalinanhärtung noch durch Abrin agglutinieren.Ferner lässt sich das Abrin aus den ausgewaschenenZellen durch Salzsäure wieder freimachen, und wirktdann auf Blutkörperchen (in diesem Fall waren esKatzenblutkörperchen) agglutinierend.

Doppelversuch IV vom 6. bis 12. November 1912.

Formalin-Hirnzellen wie beim vorigen Versuch; daneben weisse Blut-körperchen aus der Thymus eines Kalbes.Von beiden Zellarten werden je 6 Gläschen aufgesetzt und zwar immerdrei mit Abrin, d. h. 1 °/ 0 igem Auszug aus Samen und 3 nur mit physiologischerKochsalzlösung. Auf 5 ccm Zellgemisch je 5 ccm Abrusauszug resp. Koch-salz. Nach 3tägigem Stehen wird nitriert und energisch immer wiedergewaschen, bis die Filtrate nichts mehr von Abrin enthalten. Nun wird mitSalzsäure (je 1 Tropfen auf die vereinigten 3 Gläschen mit Gehirnzellen und1 Tropfen auf die mit Leukocyten) versetzt, sauer filtriert, die Filtrate neu-tralisiert und rasch wieder filtriert. Nun Zusatz von Menschenblut (von einemSelbstmörder) je 3 ccm zu 3 ccm Filtrat. Nach 2 Stunden totale Agglutinationsowohl mit der aus Gehirnzellen als mit der aus Leukocyten gewonnenenFlüssigkeit, während die Kontrollgläschen keine Agglutination geben.

Ergebnis: Wie an Gehirnzellen (mit oder ohneFormalinbehandlung), so lagert sich auch an Leukocytendas Abrin an und kann selbst durch Waschen mit viel Kochsalz