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Ein kurzer Beitrag zur Kenntnis der Wirkungen
des Abrins.
Von
ALFRED SOMMERFELD.
In seiner Arbeit über die vegetabilischen Hämagglutinineim KELLNEB-B'estschrift-Bande dieser Versuchs-Stationen hatGeh.-Rat Kobert sich über das Abrin ausführlich ausgesprochen.Die nachstehenden Versuche sollen seine Angaben nur nachzwei Richtungen hin ergänzen, nämlich hinsichtlich der Frageder Einheitlichkeit des Abrins und hinsichtlich der davon be-dingten pathologisch-anatomischen Veränderungen.
I. Über das Verhalten des Abrintoxins zumAbrinagglutinin.
Wie beim Rizin hat man auch beim Abrin behauptet, essei ein Gemisch zweier Substanzen, eines Toxins und eines Ag-glutinins. Das Toxin soll sich an die Körperzellen, namentlichan die des Zentralnervensystems verankern und das Agglutininan die Blutkörperchen. Im Reagensglasversuch mit verdünntemBlute spiele das Agglutinin eine Rolle, im lebenden Körper aberlediglich das Toxin.
Ich will versuchen, durch einige einfache Versuche dieUnhaltbarkeit dieser landläufigen Anschauung darzutun.
Versnch I vom 28. bis 31. Oktober 1912.
Das Gehirn eines entbluteten Kaninchens von 960 g wird in derReibschale nach Entfernung- der Häute mit 100 ccm physiologischer Kochsalz-lösung zu einer feinen Emulsion angerieben und diese ohne Druck durch