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2 (1913)
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83
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Beiträge zur Kenntnis der chemischen Natur usw. des Rizins. 83

gelingt es, die Hirnzellen bis auf minimale Spuren von Blutkörperchen zu be-freien, so dass der etwaige Einwand, die später zu besprechende Agglutinationsei eine sekundäre Folge, betreffe eigentlich nur die Blutkörperchen, und dieOrganzellen würden nur mitgerissen, durchaus hinfällig wird. Es werden3 Gläser aufgestellt mit je 4 ccm Flüssigkeit und zwar 1, 2 und 3 ccmFlüssigkeit des oben beschriebenen Rizinusauszuges, entsprechend 0.6 mg,1 mg und 1.5 mg Rizin -f- 3 bezw. 2 und 1 ccm physiologischer Kochsalz-lösung. Zu diesen 3 Gläsern wird dann je 1 ccm der hergestellten Hunde-hirnzellenaufschwemmung hinzugefügt. Ebenso werden 3 Kontrollgläser mitje 4 ccm NaCl-Lösung -f- 1 ccm Hundehirnzellenaufschwemmung aufgestellt.Nach einer Viertelstunde tritt in den Bizingläsern bereits deutliche Schichtungin eine klare obere und dicke untere Schicht ein und bei der Filtration desmit 3 ccm Rizinusauszug versetzten Glases gehen wasserklare Tropfen durchdas Filter, wogegen die Kontrolle trübe durchfiltriert. Nach dem Umschüttelnsämtlicher übrigen Gläser ist bereits nach 25 Minuten in den Rizingläsernwieder ein dicker Bodensatz zu sehen, wogegen die Kontrollgläser unveränderterscheinen.

Versuch 2. Wie in Versuch 1 hergestellte, doppelt gewaschene, inphysiologischer Kochsalzlösung aufgeschwemmte Hirnzellen vom Hundwerden in der Menge von je 4 ccm zu 2 Versuchsgläsern mit 1 ccmphysiologischer NaCl-Lösung und 1 ccm Rizinusauszug, entsprechend 0.5 mgRizin, hinzugesetzt. Schon in der ersten Minute tritt in dem mit Rizinlösungversetzten Glase eine auffallende Erscheinung ein, indem die Gehirnzellensich zusammenballen wie die Blutkörperchen bei der Agglutination und inKlumpen zu Boden fallen. Betrachtet man einen Tropfen aus beiden Gläsernunter dem Miskroskop, so sieht man das eine Mal zusammengeballte Zellen mit-einander verklebt und stets haufenweise beieinander liegen, wogegen in demTropfen, der der Flüssigkeit ohne Rizinlösung entnommen ist, die Zellen bezw.Zellfragmente gleichmässiger verteilt und einzeln liegend sichtbar sind.

Versuch 3. Von den wie zu Versuch 1 und 2 hergestellten Hunde-hirnzellen in NaCl-Lösung werden nun grössere Mengen, je 25 ccm, benutztund diese mit 5 ccm des Rizinusauszugs, entsprechend 2.5 mg Rizin, bezw.mit 5 ccm physiologischer Kochsalzlösung versetzt. Man sieht hier wie inden vorhergehenden Versuchen bereits nach 10 Minuten in dem Rizinglasdeutliche Schichtung und Zusammenballung der Zellen eintreten, im Kontroll-glas aber nichts davon.

Ehe ich diese drei Versuche fortsetze, sind die für alle3 Versuche nötigen Prozeduren zu erklären. Der Sinn diesernachstehend besprochenen Prozeduren ist folgender. K. Land-steinee 1 ) hat entdeckt, dass man an Blutkörperchen verankertesRizin durch Salzsäure wieder in Freiheit setzen kann. NachL. v. Liebeemann 2 ) soll dies dadurch zu erklären sein, dass sichdas Rizin zum Protoplasma der Zellen wie eine schwache Säureverhalte. Es verbinde sich mit ihnen wie schwache Säuren mit

*) K. Landsteihbe, Münch. med. Wchschr. 1904, No. 27.

2 ) L. v. Liebermann, Arch. f. Hygiene, Bd. 62, 1907, Heft 4.

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