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Reid:
Ich hoffe im nachstehenden durch weitere Versuche LausAnsicht bestätigen und nachweisen zu können, dass diese Wirkungauf die Körperzellen durch dieselbe Substanz, die auf die Blut-körperchen agglutinierend wirkt, bedingt ist, dass mithin dasToxin und Agglutinin identisch sind.
I. Versuche über die Einwirkung von Rizin auf isolierte
Gehirnzellen.
Von den zu meinen Versuchen verwendeten Körperzellenerwiesen sich die Gehirnzellen als am schnellsten von derWirkung des Rizins betroffen. Verwendet wurde das Rizindurchweg in Form eines Auszugs aus schalenfreien entöltenRizinussamen, der in folgender Weise dargestellt wurde. 10 genthülste Rizinusbohnen wurden im Mörser mit 95 °/ 0 Alkoholunter Zusatz von etwas Äther verrieben und dann der Alkohol-Äther abfiltriert und zwar möglichst rasch. Der Filterrückstandwurde vermittels einer Saugpumpe mit etwas Äther gewaschenund getrocknet, dann in 100 ccm physiologischer Kochsalzlösungaufgeschwemmt und nach einstündigem Stehen bei 37 ° imWasserbad filtriert.
Auf unentölte Samen berechnet war der so entstandeneAuszug 10% ig, auf entfettete aber noch nicht einmal 5 %ig.Bedenkt man ferner, dass ja die Hauptmenge des Samenpulversungelöst bleibt, so ergibt sich statt 5 % weniger als 2 °/ 0 ge-löste Stoffe in dem Auszuge. Von diesen gelösten Stoffen istferner nach Osbokne 1 ) nur ein ganz kleiner Teil Rizin. Mankann für die von mir benutzten Samen die OsBOBNEsche An-gabe, dass 1% des von Schalen und Fett befreiten Samen-pulvers reines Rizin ist, gelten lassen. Meine Lösung ent-hielt danach in 100 ccm weniger als 5 g fettfreie Samen-substanz und demgemäss weniger als 0.05 g Rizin. 1 ccmmeiner Lösung enthielt also noch nicht 0.5 Milligramm Rizin.Ich will im nachstehenden aber 0.5 mg dafür rechnen.
Versuch 1. Ganz frische blutfreie Gehirnzellen vom Hundewerden in fein verriebenem Zustand in physiologischer Kochsalzlösungsuspendiert, die gröberen Partikel durch ein feines Maschennetz abfiltriert.Durch wiederholtes Waschen mit NaCl-Lösung und Absetzenlassen der Zellen
') Thomas B. Osborne: The vegetable Proteins. Newyork 1909. —Derselbe in Abderhalden, Handlexikon, Abschnitt über die pflanzlichen Ei-weissstoffe. An beiden Stellen weitere Literatur.