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1 (1913)
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wiesen, dass das Rizin der Ausreuter auch die wasserunlöslicheRizin-Antirizinverbindung liefert. Somit war auf dreierleiWeise das Rizin einwandfrei biologisch nachgewiesen.

Endlich wurde im Tierspital zu Bern noch folgender vierterVersuch gemacht. Es war erwiesen, dass 1 kg der Ausreuterein Pferd binnen 7 Stunden schwer krank gemacht und binnen56 Stunden getötet hatte. Nun wurde dieselbe Menge Ausreutereinem anderen Pferde nach vorherigem Aufkochen verfüttert.Es blieb ganz gesund.

Durch diese verschiedenen Versuche war erwiesen, dassein durch Kochen unschädlich zu machendes Gift vorlag, dasmit physiol. Kochsalzlösung ausgezogen und mit Alkohol aus derLösung niedergeschlagen werden konnte. Wieder gelöst wirktees auf verschiedene der Rizinwirkung unterliegende Blutartenagglutinierend und tötete Kaninchen nach subkutaner Ein-spritzung nach längerer Inkubation unter den für Rizincharakteristischen Veränderungen. Es gab ferner mit Antirizineinen Niederschlag. Es konnte also eine Verunreinigung derAusreuter durch Rizinussamenbestandteile stattgefunden haben.Wie diese unter die Ausreuter gekommen sind, ist mir aller-dings nicht bekannt geworden. Ich weiss aber, dass die grossenRizinuspressereien des Auslandes die Samen durch Quetschenenthülsen und die wertlosen und an sich ungiftigen Schalen zusehr billigen Preisen abgeben. Da stets an einzelnen SchalenBruchteile von zertrümmerten Samenkernen haftenbleiben, werden diese Schalen dadurch giftig und dürfendaher ebenfalls in Futtermitteln grundsätzlich nichtgeduldet werden.

2. Weizenkleie hatte in einem Falle, den der verstorbeneGeh. Rat Kellner zu begutachten hatte, auf eine Reihe vonHaustieren giftig gewirkt. Ich wurde 1910 gebeten, eine Unter-suchung auf Rizinus vorzunehmen.

100 g der fraglichen Kleie wurden mit 500 com physiologischer Koch-salzlösung und 2 com Toluol 16 Stunden lang bei 38° digeriert, dann ab-gepresst, die Flüssigkeit mit Natriumkarbonat neutralisiert und vom ent-stehenden Niederschlage nach energischem Schütteln abfiltriert. Vom Filtratwurden 20 ccm mit 40 com Alkohol gefällt und sofort auf dem Saugfilterder Niederschlag abgesaugt, wieder in physiologischer Kochsalzlösung gelöstund filtriert. Von dieser ganz klaren Lösung erhielt ein Kaninchen von1700 g 2 ccm, entsprechend 0.4 g Kleie in die Ohrvene. Es blieb zunächstganz normal, Hess aber dann eiweisshaltigen Harn und starb in der 30. Stundenach der Einspritzung unter Schwächeerscheinungeu.