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1 (1913)
Entstehung
Seite
38
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hat. Ich zitiere, da mir seine Publikation im Original leiderselbst mit Hilfe des Berliner Auskunftsbureaus nicht zugängigzu machen war, seine wichtigen Schlusssätze nach Eug. Fköhner. 1 )Sie lauten:

1. Zwei Stunden lang auf 100° erhitztes Rizin verwandeltsich in einen Impfstoff, der, Haustieren unter die Haut in-jiziert, gegen Rizinusvergiftung immun macht.

2. Die Wiederkäuer sind für die Rizinuswirkung empfindlicherals Schweine und Hühnerarten. Beim Schwein genügenzwei durch achttägige Intervalle getrennte Impfungen zurErzielung einer Immunität, während bei anderen Tier-gattungen deren drei nötig sind.

3. Die durch die Vaccination erreichte Immunität ist vonDauer; das Fleisch der mit Rizinusölkuchen gefüttertenTiere hat keinerlei schädliche Eigenschaften.

4. Man kann unbeschadet den Haustieren eine gewisse Quan-tität Rizinuskörner oder Rizinuskuchen unter die Futter-ration mischen, wenn man sie vorher gegen das heftigedarin enthaltene Gift immunisiert hat.

Es wird in einer späteren Arbeit meine Aufgabe sein, dar-über zu berichten, was die experimentelle Prüfung dieser An-gaben ergeben hat.

Selbst bei Menschen scheint sich bei arzneilichem Gebrauchevon Rizinussamenemulsionen, wie sie früher in Asien und Persienüblich waren, eine Immunität herauszubilden. Jedenfalls liegenAngaben vor, wonach mit dieser lebensgefährlichen Arznei Kuren(z. B. bei chronischer Obstipation) gemacht wurden, die ohneSchaden für die Patienten bis zu Dosen stiegen, denen jedervon uns nicht Immunisierten sofort erliegen würde. So sagtz. B. der im 10. Jahrhundert lebende persische PharmakologAbu Mansur Mtjwaitak bin Ali Harawi,'- 3 ) der Rizinusöl undRizinussamen wohl unterscheidet: „Die Dosis der Samen ist11—20 Stück; wir aber geben nicht über 11 Stück." Die Ver-giftungskasuistik zeigt, dass bei nicht immunisierten Menschenschon 2—3 Stück, unter Umständen sogar schon ein einzigerSame schwerste Vergiftung hervorrufen.

l ) Lehrb. der Toxikologie für Tierärzte, II. Aufl. (Stuttgart 1901), S. 271.

s ) Die pharmakologischen Grundsätze des Muwaffak, zum erstenMale aus dem Urtext übersetzt und erläutert von Abdul-Chalig Achundow.Historische Studien des pharmak. Inst, zu Dorpat, herausgegeben von E. Ro-bert, Bd. 3 (Halle a. Saale 1893), S. 195.