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in hohem Grade den Landwirt, falls er mit Kizinus spurweiseverunreinigte Futterkuchen geliefert bekommen hat.
Ich habe seinerzeit mit Stillmark nach Einspritzung unterdie Haut alle Kaninchen sterben sehen, die pro Kilogramm Tierauch nur 0.03 mg des von uns selbst nach der Aussalzungs-methode dargestellten, auf aschefreie Substanz berechneten Rizinserhalten hatten. Mehrere Nachuntersucher haben bestätigt, dassdiese Angabe nicht übertrieben war. Im Gegenteil stellte sichheraus, dass bei weiterer Eeinigung des Eizins die Todesdosenoch kleiner ist. So haben M. Jacoby 1 ) in Deutschland undOsbokne, Mendel und Harris* 2 ) in Amerika unabhängig von-einander ein so reines Rizin dargestellt, dass bei Kaninchenschon 0.0000005 g (d. h. 0.0005 mg) pro Kilogramm bei sub-kutaner Einspritzung den Tod herbeiführte. Mit einem Grammdieser Substanz würde man also zwei Millionen Kanin-chen von je 1 kg Gewicht umbringen können. DieseAngaben genügen, um klar zu machen, dass die subkutane Ein-spritzung des Auszuges aus einem einzigen Gramm Futterkuchen,der mit 0.1 % Rizinuspresskuchen verunreinigt ist, auf ein er-wachsenes Kaninchen noch tödlich wirken kann, denn er enthält1 mg entölten Rizinussamen, d. h. 0.01 mg Rizin.
Bei Einführung des Rizinusmehles mit der gewöhnlichenKost in den Magen unserer Kühe und anderer pflanzenfressendenHaustiere ist, wie ich schon oben sagte, die Giftigkeit viel(etwa hundertmal) geringer. Bei Kaninchen lässt sich der Ver-such der Bestimmung der kleinsten, innerlich tödlichen Dosenicht gut quantitativ genau anstellen, wohl aber beim Saugkalb.
Zu diesem Behufe gab ich einem 24.5 kg schweren Kalbe, das nochreine Milchkost genoss, unter 2 1 Milch 1.5 g schalenfreien Rizinuspress-kuclien. Darin waren noch 0.2 g Fett und Wasser enthalten, so dass dieMenge der verfutterten wasser- und fettfreien Kernsubstanz 1300 mg unddie Menge des verfütterten Rizins höchstens 13 mg betrug. Die Menge derRizinussubstanz betrug also nur 0.065 °/ 0 des Futters und die des Rizins nur0.00065 °/„ des Futters. Trotzdem ferner dieses (iiftfutter nicht mit einemMale sondern in 3 Portionen verteilt im Laufe von 10 Stunden verabfolgt wurde,erkrankte das Tier nach 24 Stunden unter Durchfall und Appetitlosigkeit.Nach 36 Stunden war der Stuhl bereits ganz wässrig und das Tier sehr matt.In der 44. Stunde nach dem Beginn der Verabfolgung des Giftes starb dasTier unter hochgradiger Schwäche und Aussetzen des Pulses.
*) Hofmeisters Beiträge Bd. 1 u. f.2 ) Americ. Journ. of Physiol. 1905.