Druckschrift 
1 (1913)
Entstehung
Seite
3
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

3 —

Kochsalzlösung, wobei Albumin und Globulin in Lösung gelten,fällt das Globulin durch Dialyse und versetzt die filtrierte Lö-sung mit so viel Ammonsulfat, bis 6 /i 0 der vollständigen Sättigungerreicht sind. Der dabei entstehende Niederschlag enthält,praktisch genommen, das gesamte Eizinus-Albumin, d. h.das Rizin, und daneben eine beträchtliche Menge Proteose.Durch fraktionierte Fällung des gelösten Niederschlages mitAmmonsulfat wird der grösste Teil des Eizins bereits unterhalb45 % Sättigung von der Proteose getrennt und niedergeschlagen.Eine vollständige Trennung des Eizins von der Proteose wurdeauch von Osboene bisher noch nicht bewerkstelligt. Vielleichtlässt sie sich durch fraktionierte Fällung mit Magnesiumsulfaterreichen. Der Niederschlag muss mittels Dialyse gereinigtund bei 50° eingedunstet werden. In diesem Falle bleibt derVerdunstungsrückstand wasserlöslich. Die auf diese Weise er-haltene Substanz ist, wie schon oben gesagt wurde, ein Albumin.Ihre Menge beträgt ein Prozent des Presskuchens der entöltenSamenkerne. Wir kommen auf diese wichtige Zahl untenzurück.

Schon 1887 habe ich mit Stillmabk das Rizin als in dieGruppe der pflanzlichen Albuminstoffe gehörig bezeichnet.Das reinste von Osbobne erhaltene Präparat bestand zu 70 %aus Albumin und zu 30 °/ 0 aus Proteose, die aber als eine ander Wirkung unbeteiligte Verunreinigung anzusehen ist. Nichts-destoweniger besass das Präparat schon in Mengen von einemTausendstel Milligramm tödliche Wirkung für ein er-wachsenes Kaninchen. Dass man unter solchen Umständenzunächst kaum glauben möchte, nicht diese homöopathisch kleineEiweissmenge, sondern eine noch viel viel kleinere, daran haftendeToxinmenge sei das Wirksame, ist selbstverständlich. Und dochwill M. Jacob* 1 ) ein eiweissfreies Rizin dargestellt haben, dessenletale Dose ebenso klein war. Eine eingehende Studie von Osbobne,Mendel und Haebis 2 ) war der Entscheidung der Frage der Ei-weissnatur des Eizins gewidmet. Sie zeigte, dass das Globulin derEizinussamen gänzlich ungiftig ist, und dass fortschreitende Eeini-gung des Albumins dieser Samen auch fortschreitend seine Giftig-

a ) Handb. d. Technik u. Methodik der Immunitätsforschung Bd. 1,Xief. 1 (Jena 1907), S. 313.

*) Americ. Jonni. of Physiol. 14, 1905, S. 259.

1*