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Hexamethylenderivate.
Es entsteht ferner aus Hexamethylenbromid Br(CH 2 ) c Br durch Natrium(S. 893). Das Hexamethylen siedet bei 79°; seine allseitige Untersuchungsteht noch aus (vgl. B. 27, 217; 28, 1022.). Das chemische Verhalten.des Kohlenwasserstoffs ist ganz dasjenige eines gesättigten (paraffinartig).— Einem Kohlenwasserstoff. C 6 H 12 , dem „Hexahydrobenzol" der ausBenzol mit Jodwasserstoff 1*99 bei 280° entsteht und schon bei 70°siedet, wurde längere Zeit die Constitution des Hexamethylens zuge-schrieben; nach neueren Angaben liegt jedoch hier vielleicht das, inder hohen Temperatur durch Umlagerung entstandene Methylpenta-_methylen (S. 398) vor (B. 28, 1024.).
Wie dem auch sei, so entspricht doch die ältere Auffassung, welche das paraffin-ilhnliche Hexamethylen und die von ihm abstammenden Derivate oder zu ihm in nahengenetischen Beziehungen stehenden Substanzen vorzugsweise als „Benzolabkömmlinge"betrachtet, bloss weil sie einen King enthalten, dem heutigen Stande der Kenntnissenicht mehr (vgl. Tiemann und S emmier, B. 29, 119.).
Das Hexamethylen (CH 3 ) G besitzt ringförmige Bindung der sechs ilethylen-gruppen. Die Configuration des Hexamethylenrings ist nach dem Kohlenstofftetra-edermodell so denkbar, dass die sechs Kohlenstoffatome in einer Ebene und jesechs Wasserstoffatome in zwei, von jenerersten gleichweit entferntenparallelen Ebenen liegen, ferner jedes Wasserstoffatom den übrigen 12 Atomen gegen-über dieselbe Stellung einnimmt. Hieraus erklärt sich nach v. Baeyer die Existenz vonisomeren Substitutionsproducten des Hexamethylens: von je zwei isomeren Hexahydromel-lithsäuren, Hexahydroterephtalsäuren etc. (s. d.) dadurch, dass die in das Hexamethyleneintretenden Substituenten nur in die eine (z. B. die obere) oder in beide Wasserstoff-ebenen eintreten; eis-und trans-Isomerie. In diesen und zahlreichen anderen Fällen sindalso zur Erklärung der Existenz isomerer Benzolderivate räumliche Vorstellungen er-forderlich. Die Notwendigkeit, sich solche räumliche Vorstellungen zu bilden, ergibtsich z. B. aus der Existenz von 2 isomeren Benzolhexachloriden, C 6 H 6 C1 6 , (Mit-scherlich 1835 und Meunier 1884).
Benzolhexachloride, CgHgCL;. Ihre Isomerie wie diejenige andererSubstitutionsproducte des Hexamethylens C 6 H 12 , wird durch verschie-dene räumliche Configuration erklärt.
a- oder trans-Benzolhexachlorid. Chlor wird im Sonnenlicht auf die Ober-fläche von Benzol geleitet, das sich in grossen Kolben befindet. Das so entstehendea-Benzolhexachlorid ist die unbeständigere Modification und krystallisirt in schiefrhom-bischen Prismen von Smp. 157°. Zum Sieden erhitzt, zerfällt es in 1 • 2• 4-TrichlorbenzolC 6 H 3 C1 3 , Smp. 17°, und HCl; ebenso wird es leicht durch alkoholisches Kali zerlegt.
ß- oder cis-Benzolhexachlorid (Meunier 1884; C. K. 98, 436 und 1268;vgl. B. 17, 2256.). Leitet man in siedendes Benzol (unter Kückfluss) im SonnenlichteChlorgas, bis die Temperatur der siedenden Flüssigkeit auf ca. 135° gestiegen ist, soerhält man neben dem a- auch das beständigere ß-Benzolhexachlorid. Durch 25—30-stündiges Kochen mit (3 Thln.) Cyankalium und Weingeist zerstört man die im rohenHexachlorid (4 Thln.) enthaltene a-Modification (gibt C 6 H 3 C1 3 ); das ß-ßenzolhexachloridwird durch wiederholte Krystallisation ans Alkohol gereinigt. Es bildet Octaeder, dieerst bei 310° schmelzen und sich dann sofort verflüchtigen. Beständiger, wie die a-Modi-fication, geht es auch beim Destilliren (langsam) oder mit alkoholischem Kali auch indas gewöhnliche Trichlorbenzol C 6 H 3 C1 3 , Smp. 17°, über. Dampfd. gef. 9'3 bez. lfrO.
Monochlorbenzolhexachloride, C 6 H 6 C1 7 . Die o- und ß-Modificationen entstehenneben einander, wenn man mit verdünnter Natronlauge überschichtetes Chlorbenzol miteinem Chlorstrom behandelt, a- Chi o rb en z ol hexachlorid schmilzt bei 146° und ist, ob-