Hydrocyklische Verbindungen.
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Stellt man die Formeln der aliphatischen Verbindungenmit Hilfe der Modelle von tetraedrischen Kohlen stoffatomen her, danngelangt man bei Aneinanderlagerung von 3 oder mehr Atomen (S. 60)niemals zu geradlinigen Ketten, sondern zu Zickzacklinien oder, oft mitmehr Wahrscheinlichkeit, zu offenen ringförmigen Gestalten: dietheoretische Betrachtung führt derart zu einem unmittelbaren Vergleichzahlreicher aliphatischer und hydrocyklischer Substanzen. So geringbei einer solchen Auffassung der Unterschied analoger Körper aus beidenGruppen in Bezug auf Constitution und Configuration sehr häufig ist,so wenig weichen auch ihre chemischen und physikalischen Eigen-schaften von einander ab. Man hat dergestalt beispielsweise:
.CH 2
CH 2
s ch.
CH 2
CH 3
CH, CH 2
ch 2 y m 2
CH 2
Normalhexan u. HexamethylenSdp. 71°. Sdp. 79
CH 2x CH 3
CH 2 X CH 2
ch 2 ch 2
^CHg N CH 2
Normaldecan
CH 2CH 2
^CH, CH,
CH 2 CH ^CH 2 /C H^CH 2 XH 2
CH 2
i
CH 2
und
DekakydronaphtalinSdp. 173° Sdp. 177°.
Schon die geringsten Abweichungen in der Constitution haben fürisomere Kohlenwasserstoffe der Paraffinreihe viel bedeutendere Unter-schiede in den physikalischen Eigenschaften und dem Verhalten gegenBeagentien zur Folge, als solche für vergleichbare Verbindungen aus deraliphatischen und hydrocyklischen Gruppe zu beobachten sind. Dieseüberaus grosse Aehnlichkeit in den physikalischen und chemischenEigenschaften führt dazu, die aliphatischen Verbindungen, ingleicher Weise wie die hydrocyklischen als Bingsysteme,und zwar als offene, unter günstigen Bedingungen in-dessen leicht schliessbare Ringsysteme zu betrachten.
Der directe experimentelle Beweis für diese unmittelbare Zusammengehörig-keit des Hexans und Hexamethylens (vgl. I. Aufl. S. 377) wurde 1894 (B. 27. 216) vonW. H. Perkin jun. erbracht, welcher Hexamethylen C 6 H 12 in sehr befriedigenderAusbeute aus Hexamethylenbromid Br(CH 2 ) 6 Br (Sdp. 135° unter 20 mm) durch Natriumerhielt (identisch mit dem von v. Baeyer (B. 27, E. 117) aus Ketohexamethylen ge-wonnenen C 6 Hi 2 ). Die Darstellung aus Hexamethylenbromid ging aus vom Trimethylen-chlorobromid:
Cl(CH 2 ) 3 Br ^^^h C1(CH 2 ) 3 ■ 0 ■ C 2 H 5 ____?%. C 2 H 5 • O ■ (CH 2 ) a • O • C 2 H 5 JL^.
2 Na
Br(CH 2 ) 6 Br .
C C H 12 (Hexamethylen).
Ein vollständiger Parallelismus für aliphatische und hydrocyklischeSubstanzen, in Bezug auf Eigenschaften and Verhalten, ist in vielenFällen auch für Alkohole und für Säuren wahrnehmbar; z. B. für:
/CH(OH)(HO) HC CH 2 (0H)
(HO)HC ' / CH 2 (0H)
Dulclt Smp. 188°Hexaacetyldnlcit Smp. 171°.
ch(oh)(ho)hct ^ch(oh)(ho)hc ^ch(oh)Nm(oH)
und Inosit Smp. 224°.
Hexaacetylinosit Smp. 212".
Die hydrocyklischen Carbonsäuren haben vollständigden Charakter gesättigter oder ungesättigter Säuren der
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