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Organische Chemie
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Quecksilberverbindungen.

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Quecksilberverbindungen. Den Zinkalkylen in mancher Bezie-hung ähnlich, unterscheiden die Quecksilberalkyle sich von den ersterendoch durch ihre Beständigkeit an der Luft und gegen Wasser. Mangewinnt diese höchst giftigen Flüssigkeiten am leichtesten, indem manin das (zur Erleichterung der Reaction mit etwas Essigester versetzte)Alkyljodid oder Bromid unter häufigem Umschwenken Natriumamalgameinträgt, und das Destillat bis zur vollständigen Zersetzung des Jodidswiederholt mit Natriumamalgam behandelt, z. B.:

HgNa 2 + 2 CH 3 J = Hg(CH 3 ) 2 + 2 NaJ.

Mit Quecksilber vereinigen sich die Alkyljodide im Tageslicht schon

bei gewöhnlicher Temperatur unter Bildung von Quecksilberalkyljodiden,

aus denen man dann durch Destillation mit Cyankalium oder besser mit

Hilfe von Zinkalkylen die Quecksilberdialkyle gewinnt:

Hg + C 2 H 5 J = Hg(C 2 H 5 )J;

2Hg(C 2 H 5 )J + Zn(C 2 H 5 ) 2 = 2Hg(C 2 H 5 ) 2 + ZnJ 2 .

Auch die beiden Chloratome des Sublimats HgCU kann man mitHilfe von Zinkalkylen successive durch Alkyle ersetzen.

Quecksilbermethyl, Hg(CH 3 ) 2 . Luftbeständige, in Wasser kaumlösliche Flüssigkeit. Spec Gew. 3*069. Sdp. 9396°. Quecksilbermethyl-iodid, Hg(CH 3 )J, sublimirbare Blättchen. Smp. 143°. Quecksilber-äthyl, Hg(C 2 H 5 ) 3 . Spec. Gew. 2444. Sdp. 159°. Es zerfällt bei 200°in Hg und C 4 H 10 ! Queeksilberäthyljodid, Hg(C 3 H 5 )J, gegen 100° subli-mirende Blättchen; geht mit feuchtem Silberoxyd in die wasserlöslichestarke Base Hg(C 2 H 5 )OH über, die Ammoniak austreibt, Metalloxydefällt und sich mit Säuren zu krystallisirenden Salzen verbindet. Queck-silberpropyl, Hg(C 3 H 7 ) 2 , Sdp. ca. 190°. Quecksilberisobutyl,Hg(C 4 H 9 ) 2 , Sdp. 205207°. Die höheren Quecksilberalkyle, nur wenigbekannt, sind unter gewöhnlichem Druck nicht mehr flüchtig. Dasflüssige Quecksilberoetyl, Hg(C 8 H 17 ) 2 , D 17 = 1-342, zerfällt bei 200°gleichfalls, in Hg und C lfi H 34 . Allyljodid vereinigt sich mit Quecksilberzu C 3 H 5 -Hg-J, Smp. 135°.

Die geringere Reactionsfähigkeit der Quecksilberalkyle, gegenüberden Zinkalkylen macht erstere bei manchen Synthesen zu den geeigneterenHilfsmitteln. Concentrirte Säuren spalten beim Erwärmen nur einAlkyl ab, z. B. Hg(C 2 H 5 ) 2 + HCl = Hg(C 2 H,)Cl + C 2 H 6 . In ähn-licher Weise erhält man mit Jod zunächst Hg(CH 3 )J, Hg(C 2 H 5 )J; schliess-lich auch HgJ 2 . Mit PC1 3 bilden sich Verbindungen wie PC1 2 (C 2 H 5 ).

Alkylverbindungen der Alkalimetalle.

Bis jetzt hat man dieselben nicbt isoliren können, jedoch lösen sich Natrium undKalium in Zinkalkylen auf, indem eine entsprechende Menge Zink ausgefällt wird. DieLösung von Natrium in Zinkäthyl scheidet bei Gefriertemperatur Tafeln Zn(C 2 H 5 ) 2 NaC 2 H 5 ,Smp. 27° ab. Für die Existenz von Aethylnatrium in dieser nicht destillirbaren Verbindungspricht der Umstand, dass dieselbe, im Unterschied von den gegen Kohlendioxyd indiffe-renten Zinkalkylen, dieses Gas unter Bildung von propionsaurem Salz aufnimmt:

C 2 H 5 Na + C0 2 = C 2 H 5 -C0 2 Na;bei Einwirkung von Kohlenoxyd erhält man ein Keton, das Propion C, H 5 CO C 2 H 5 .