Schwefelsäureester.
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Aether Nadeln, Smp. 91°. Aethylidendisulf osäure, CH 8 • CH(S0 8 H) 2 . Saure öligeFlüssigkeit. Das Barytsalz krystallisirt aus AVasser mit 3 H 2 0 (dasjenige der Aethylen-disulfosäure wasserfrei oder mit 2 IT 2 0).
Sulfosäuren der Alkohole sind gleichfalls bekannt. Als Salze derartiger Säu-ren kann man die Alkalibisulfitadditionsproducte der Aldehyde und Ace-tone betrachten, wie z. B. das Oxymethylsu lfosaure Natrium, OH 2 (OH)(S0 3 Na)-f- H 2 0, aus Formaldehyd und Natriumbisulfit, in leicht löslichen Tafeln krystallisirend;Oxyäthylsulfosaures Natrium, CH 3 ■ CH(OH)(S0 3 Na) -j- VaHjO, aus Acetaldehydund Natriumbisulfit, in Nadeln krystallisirend; u. s. f. —
Isaethionsäure (Oxyäthylsulfosäure), CH 2 (OH)-CH 2 (S0 3 H), isomer auch mit derAethylschwefelsäure, C 2 H 5 -0->S0 3 H (s. u.). Aus S0 3 und absolutem Alkohol entstehtdas Carbylsulfat, SÖ 2 'CH 2 • CH 2 • O■ S0 2 ■ O, das mit Wasser sofort Aethionsäure,S0 3 H- CH 2 • CH 2 • 0 • S0 3 H. bildet; letztere zerfällt beim mehrstündigen Kochen mit Wasserin Isaethionsäure und freie Schwefelsäure. Isaethionsäure wird ferner gebildet durchErhitzen von Aethylenchlorhydrin C 2 H 4 (0H)C1 mit Kaliumsulfit S0 3 K 2 ; durch Oxydationvon Monothioäthylenglycol C 2 H 4 (OH)(SH) mit Salpetersäure; durch Einwirkung von sal-petriger Säure auf Taurin C 2 H 4 (NH 2 )(S0 3 H); u. s. f. Die zunächst in syrupöser Formerhaltene Isaethionsäure erstarrt beim Stehen über Schwefelsäure zu einer strahligenKrystallmasse. Die freie Säure, wie ihre Salze, können ohne Zersetzung mit Schwefel-säure gekocht-werden. Kaliumsalz, C 2 H 5 S0 4 K, rhombische Säulen. Baryumsalz(CoH 3 S0 4 ) 2 Ba, rhombische Krystalle. Isaethionsäure gibt mit 2 PCI- zuerst das Chlorid0 2 "H 4 C1 • S0 2 C1, und dieses mit Wasser die Chloraethylsulfosäure, <J 2 H 4 C1- S0 8 H.
Schwefligsäureester.Die Ester der symmetrischen schwefligen Säure entstehendurch Einwirkung von Thionylchlorid SOClg auf Alkohole (1) und sindisomer mit den Sulfonsäureestern (S. 367); sie bilden sich auch durchEinwirkung von Chlorschwefel auf Alkohole (2).
(1) SOCL + 2 C.H 8 • OH = C 2 H 5 • 0 • SO • 0 • C 2 H 5 + 2 HCl.
(2) S 2 C1 2 + 3C 2 H 5 -OH = C 2 H 5 -OSO"O C 2 H 5 -f C 2 H 5 -SH + 2HC1.
Schwefligsäuremethylester (Methylsulfit), CH 3 -0'SO-0-CH 3 . Bei 121-5°siedende Flüssigkeit. Schwefligsäureäthylester (Aethylsulfit), C 2 H 5 OSO -O: C 2 H 5 .Bei 161° siedende, angenehm riechende, in Wasser kaum lösliche Flüssigkeit.
Schwefelsäureester.
In den neutralen Estern der Schwefelsäure S0 2 (OH) 2 sindderen beide Wasserstoffatome durch Alkyle ersetzt; man erhält die Esteraus schwefelsaurem Silber S0 4 Ag 3 und Halogenalkylen. Weniger glattbüaensie sich beim Erhitzen der sauren Ester (z. B. 2 S0 2 (0-CH s )(OH)= SO (0"CH 3 ) 2 4-S0 4 H 2 ), oder aus Chlorsulfonsäureestern und Alkoho-len (z. B. S0 2 (0-CH 3 )C1 + CH 3 -0H = S0 2 (0-CH 3 ) 2 + HC1)._ Es sindpfeffermünzartig riechende, in Wasser kaum lösliche und darin unter-sinkende jedoch sich langsam damit unter Bildung der sauren Esterzersetzende Oele, die sich im luftverdünnten Baume ganz unzersetztdestilliren lassen. Dimethylester, S0 2 (0-CH 3 ) 2 , siedet (unter gew.Druck) bei 188°. Diäthylester, S0 2 (0-C a H 6 ) 2 , Sdp. 208°; Smp. —25°.
Die sauren Ester der Schwefelsäure oder Äetherschwefel^säuren bilden sich direct beim Vermischen der Alkohole mit conc.Schwefelsäure: C 2 H f , • OH + S0 2 (OH) 2 = S0 2 (0■ C 3 H 3 )(OH) + H 2 0.
Obwohl die Beaction unter starker Wärmeentwickelung stattfindet, ist sie keinevollständige, da das freiwerdende Wasser die Tendenz hat, die Aetherschwefelsäure wiederin Alkohol und Schwefelsäure zurück zu zerlegen. Die Schwefelsäure lässt sich indessen,
Krafft, Organische Chemie. 2, Aufl.
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