Druckschrift 
Organische Chemie
Entstehung
Seite
365
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

^^^^^^^^^^^

Alkylsulfide.

365

C 2 H 5

2C 2 H 5 J + K 2 S = C 2 H 5 S C 2 H 5 + 2KJ.

2C 2 H, 0 S0 2 OK + K 2 S = C 2 H 5 S C 2 H 5 + 2 S0 4 K 2 .C 2 H 5 J + C 2 H 5 S' Na == C 2 H 5 S C 3 H 5 4- NaJ.0 SO, OK + C 2 H 5 S Na = C 2 H 5 S C 2 H 5 + S0 4 KNa. _

Nach den letzteren Umsetzungen sind auch Alkylsulfide mit zweiverschiedenen Eadicalen darstellbar. Die Sulfide bilden farblose, spe-cifisch leichte, in Wasser unlösliche, destillirbare Flüssigkeiten vonwiderlichem Geruch; sie enthalten keinen durch Metalle vertretbarenWasserstoff. Dagegen vereinigen sie sich mit Metallsalzen zu Doppel-verbindungen wie z. B. (CH 3 ) 2 S-HgCl 2 , verbinden sich mit Brom zuDibromiden, wie (CH 3 ) 2 SBr 2 , mit Sauerstoff zu Sulfoxy den (s.u.).die durch weitere Oxydation in Sulfone übergehen.

Methylsulfid, CH 3 -S-CH 3 . Bei 37-5° siedende Flüssigkeit. Addirt Br 2 , HgClj etc.

Aethylsulfid (Schwefeläthyl), C 2 H-, S C 2 H 5 . Sdp. 02°. Addirt Br 2 , HgCl 2 etc.

Normalpropylsulfid, C 3 H 7 -S-C 3 H,. Sdp. 142°. Isopropylsulfid siedet bei 120-5°.

Normalbutylsulfid, C 4 H 9 -S-C 4 H. Sdp. 182°. Isobutylsulfid siedet bei 171".

Vinvlsulfid OH : CH'S'CH: CH 2 . Wesentlicher Bestandtheil des Oels vonAllium ursinum; Sdp. 101°; spec. Gew. 0-912. Allylsulfid, C 3 H 5 -S-C 3 H 5 , bei 140°siedendes Oel bildet einen Bestandtheil des Knoblauchöls (aus Allium sativum*,woher das Badical C 3 H 5 seinen Namen erhielt (Vgl. jedoch B. 25, R. 910). Aus Allyl-jodid durch K»S. Gibt mit alkoholischem Silbernitrat eine krystallisirbare Verbindung(C 3 H 5 ) 2 S-2N0 3 Ag.

Als Sulfide zweiwerthiger Mercaptane zu betrachten sind die Sul-furane: Aethylsulfuran, C 2 H 5 S CH 2 CH 3 S CH : CH 2 , Sdp. 215°.

Von praktischem Interesse sind die gleichfalls hierhergehörigenMercaptale und Mercaptole (Baumann 1885): erstere entstehendurch Condensation von Mercaptanen, in Gegenwart von Chlorzink oderSalzsäure, mit Aldehyden; die letzteren ebenso aus Acetonen, z. B.:CH 3 CHO + 2C 2 H 5 SH = CH S CH(S C 2 H 5 ) 2 + H 2 0.

Aethylidenmercaptal, CH 3 ' CH(S C 2 H.) 2 , specifisch leichtes Oel, Sdp. 186°.

Acetonmercaptol, (CH 3 ) 2 C(S-C 2 H ; ) 2 , aus Aceton und Mercaptan: mit Umgehungdes letzteren durch seinen Geruch äusserst lästigen Körpers, wenn man äthylunterschwef-ligsaures Salz in Gegenwart von Aceton mit Salzsäure behandelt (wobei das frischent-standene Mercaptan sich sofort mit dem Aceton condensirt). Das Aceton- oder Dime-thyldiäthylmercaptol siedet bei 190°. Durch Oxydation mit Kaliumpermanganat liefert esdas als Schlafmittel wichtige Sulfonal (s. d.).

Alkyldisulfide.Die Alkyldisulfide C n H 2 n+i - S-S-CnH 2n+ i entstehen beim Erwärmenvon Halogen alkylen oder ätherschwefelsauren Salzen mit Kaliumdisulfid;ferner durch Oxydation von Mercaptanen vermittelst conc. Schwefelsäure,Einwirkung von Jod auf die Mercaptide, Sulfurylchlorid S0 2 C1 2 aufMercaptane, oder auch durch den Sauerstoff der Luft; z. B.:2C 2 H 5 -SNa + J 2 = C 2 H 5 -S-S-C 2 H 5 + 2JNa.

Die Disulfide sind in Wasser unlösliche, destillirbare Substanzenvon unangenehmem Geruch. Durch Reductionsmittel gehen sie wiederumleicht in Mercaptane über. Oxydation mit verdünnter Salpetersäure

liefert Tliiosulfonsäureester, wie 0 2 H 5 'SO 2S - C 2 H,- ) .