Nitramine. Knallsaure Salze.
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in alkoholischer Lösung .jAmylennitrolanilin, C 8 H 9 (N'OH)(NH-C ö H B ). Smp. 141»,das sich sowohl in verdünnten Säuren, wie Alkalien, aber nicht in' Wasser auflöst;Kochen mit concentrirter Salzsäure spaltet in Hydroxylamin und ein KetoanilidO : C 5 H 9 -NH-C 6 H 6 , Smp. 61—62°. Amylennitrosat gibt mit CNK das IsonitrosocyanidC 5 H 9 (N-OH)-CN, Smp. 99-100°, das beim Verseifen eine Säure C,H„(N'OH)(C0 2 H),Smp. 96°, liefert. Man hat: Nitrosat: (CH s ) 2 C(0-N0 2 )-C(N'ÖH) CH,. Nitril:(CH 8 ) 2 C(CN)-C(N-OH)-CH s . (B. 20, E. 638; 21, E. 622; 22, E. 16; 27, 442.)
Nitramine.
Diese Verbindungen, welche die Nitrogruppe an Stickstoff gebundenenthalten (wie dieses für die Nitrosogruppe in den Nitrosaminen S. 351der Fall ist) wurden von Franchimont seit 1883 dargestellt. Erwähntseien hier von den zahlreichen Substanzen, die durch Einwirkuno- vonSalpetersäurehydrat auf verschiedene Amidderivate erhalten werdenkönnen, nur: Methylnitramin, CH 3 -NH'N0 2 , aus Methylcarbamin-säuremethylester, CH S • NH • CO" 0' CH, (Sdp. 158°). Das Nitraminschmilzt bei 38°, besitzt saure Eigenschaften und geht durch Behandlungmit Jodmethyl und Kalilauge in Dimethylnitramin, (CH 3 ) 2 -N-N0 2über, das bei 57° schmilzt; aus Dimethylaminnitrat mit Essigsäureanhy-drid. Aethylnitramin, C 2 H 5 - NH-N0 2 Smp. 3°, aus Aetbylcarbamin-säureester, C 2 H 5 -NH' CO - 0 • CH 3 . Durch Reduction liefern die Nitra-mine, gleich den Nitrosaminen, die entsprechenden Hydrazine. (B. 29,ß. 94.)
Nitraminessigsäure, C0 2 H- CH 2 NH-N0 2 lange Nadeln, Smp. 104° (B. 29,1680.).
Nitroharnstoff, NH 2 • CO• NH ■ N0 2 , aus Harnstoffnitrat durch concentrirteSchwefelsäure; weisses Pulver, das sich wie eine starke Säure verhält.
Nitrourethan, C 2 H B 0• CO• NH• N0 2 , aus Urethan mit Salpeterschwefelsäure;dient zur Darstellung von Nitramid NH 2 • NO a (B. 29, E. 78 ).
Neueste Litteratur über Nitramine s. B. 29, E. 424.
Ueber Isonitramine vgl. B. 27, 1507; 3291; über die zweibasischen, gut krystalli-sirte Salze bildenden Isonitraminfettsäuren, B. 28, 1785 und 2297.
Knallsäure und ihre Salze.
Die bisher nicht in freiem Zustande isolirte Knallsäure, C ä H 2 N 2 0 2 ,ist die Muttersubstanz der knallsauren Salze (Fulminate), unter denennamentlich das Quecksilbersalz wegen seiner explosiven Eigenschaftenausgedehnte technische Verwendung findet.
Durch Erhitzen von Silber- oder Quecksilbernitrat mit Alkohol und überschüssigerSalpetersäure erhielt Howard (1800) krystallinische, leicht verpuffende Abscheidungen,das Knallsilber und das Knallquecksilber. Dass diese Salze mit den Cyanaten isomersind, wurde 1823 von Liebig festgestellt und von Gray-Lussac bestätigt. InBetreff derConstitution der Knallsäure nahmen die letzteren an, der Stickstoff sei in Form vonCyan in derselben vorhanden; Gerhardt und Laurent betrachteten sie als Nitroderivat,und Kekule sprach sie als Nitroacetonitril, CH 2 (N0 2 )(CN) an. Diese Formelstützte sich auf die Spaltbarkeit des unter Wasser befindlichen Knallquecksilbers durchChlor in Chlorpikrin, Chlorcyan und Quecksilberchlorid. Salzsäure verwandelt jedochdie Fulminate zunächst in das schön krystallisirende aber sehr flüchtige und zersetzlicheFormylchloridoxim CH(NOH)Cl, (Scholl, Nef), das sich einerseits quantitativW'ieder in Fulminate zurückverwandeln lässt, andererseits durch weitere Einwirkung vonSalzsäure glatt in Ameisensäure und Hydroxylamin zerlegt wird. Hiernach ist die Knall-
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